• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Bahn sagt Fluggesellschaften Kampf an

03.07.2017

Berlin Die Deutsche Bahn will im Konkurrenzkampf mit Flugzeugen und Fernbussen Tempo machen und lockt dafür auch mit stabilerem Internet für alle Reisenden im ICE. „Kostenloses WLAN ist für unsere Kunden sehr wichtig. Das haben wir verstanden“, sagte Bahnchef Richard Lutz der Deutschen Presse-Agentur nach 100 Tagen im Amt. „Wir haben pro Tag in den ICEs etwa 130 000 Nutzer, die im Schnitt zwei Stunden im System sind.“ Mit dem Start der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke Berlin-München im Dezember würden die ICE eine „sehr ernsthafte Alternative gegenüber dem Flieger“.

Im Wettbewerb mit Fernbussen erkennt der Bahnchef ebenfalls wieder bessere Angriffsmöglichkeiten. „Man sieht, dass Flixbus – mit über 90 Prozent Marktanteil – Verbindungen streicht und Preise erhöht“, sagte Lutz mit Blick auf den größten Fernbusanbieter. „So gesehen wird im Vergleich die Schiene wieder attraktiver.“

Die Bahn selbst war im vergangenen Jahr auch angesichts von Verlusten aus dem rasant gewachsenen Fernbusmarkt ausgestiegen. Die neue Konkurrenz könne man aber im Nachhinein als einen Weckruf sehen, sagte der Bahnchef. Dadurch habe der Konzern die Kunden „wieder stärker in den Mittelpunkt gerückt und viele Dinge angestoßen, die uns jetzt guttun und die auch der Kunde honoriert“.

Innerdeutschen Flügen will Lutz weiter den Kampf ansagen. „Viele Kunden werden vom Flugzeug auf die Bahn umsteigen“, sagte er mit Blick auf die neue Strecke Berlin-München. Zum Fahrplanwechsel am 10. Dezember kommt der letzte schnelle Abschnitt in Thüringen und Bayern hinzu. Zwischen beiden Metropolen fahren dann täglich pro Richtung drei „Sprinter“ in 3:55 Stunden und zusätzlich 15 normale ICE mit mehr Stopps in 4:25 Stunden. Bislang dauert die Fahrt gut sechs Stunden. „Unsere Bahnhöfe liegen zudem in den Innenstädten und haben damit einen enormen Vorteil gegenüber den Flughäfen.“

WLAN im ICE, das die Bahn seit dem Jahreswechsel auch in der Zweiten Klasse gratis anbietet, funktioniere mit einer Verfügbarkeit oberhalb der 95 Prozent stabil. „Man spürt schon, dass das ein Thema war, das die Kunden umgetrieben hat und eines der Ärgernisse war“, sagte Lutz. „Es geht ja vielen so, dass man Reisezeit zum Arbeiten oder für die sozialen Medien nutzen möchte.“

Schrittweise sollten auch im Nahverkehr drahtlose Internetzugänge für Fahrgäste kommen. Hierzu gebe es „positive Gespräche“ mit Bestellern. Anders als im Fernverkehr betreibt die Bahn ihre Regionalzüge nicht auf eigene Rechnung, sondern fährt im Auftrag von Bundesländern oder Verkehrverbünden. Nur wenn diese in den Ausschreibungen für regionale Netze WLAN verlangen, wird dieses auch eingebaut. „Es ist klar, dass wir bei den Kosten sicherlich eine Art finanzielle Lastenteilung machen werden“, sagte Lutz.

Über eine mögliche Fahrpreiserhöhung im Dezember sei noch nicht entschieden. „Darüber werden wir uns nach der Sommerpause unterhalten“, sagte Lutz. Eine Entscheidung sei frühestens im September zu erwarten.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.