Varel - Dieses Wort gilt: Mit einem festen Händedruck und der anderen Hand auf dem Herzen versprach Bahnchef Dr. Rüdiger Grube am Donnerstagmittag Ulrike Kanna hoch und heilig: „Am 1. Advent 2018 ist der Vareler Bahnhof barrierefrei.“ Zuvor hatte die Varelerin, die krankheitsbedingt auf den Rollstuhl angewiesen ist, den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bahn AG auf dem Bahnsteig gefragt: „Wann werden an der Fußgängerbrücke endlich Fahrstühle eingebaut?“
Seit Jahren fordern die Vareler den barreirefreien Übergang von Gleis 1 nach Gleis 3. Nun ist die Lösung gefunden: Das denkmalgeschützte Gebäude wird für knapp drei Millionen Euro umgebaut. „Die Planungen sind abgeschlossen, die Finanzierung gesichert“, sagte Rüdiger Grube und kündigte an, dass Anfang des kommenden Jahres das Ausschreibeverfahren startet, damit im Herbst 2017 mit dem Bau begonnen werden kann.
Die Sanierung ist nötig geworden, weil des Gebäude für die Elektrifizierung der Strecke Oldenburg-Wilhelmshaven zu niedrig ist. Ein Abriss kam aufgrund des denkmalerischen Werts der Stahlbetonskelettkonstruktion aus dem Jahr 1913 nicht infrage. Nun wird das Bauwerk um 80 Zentimeter angehoben.
„Ich freue mich, dass wir gemeinsam mit der Denkmalbehörde eine Lösung gefunden haben“, sagte Rüdiger Grube und erläuterte: „Die Bahnsteigbrücke wird erhalten und angehoben, um Platz für die elektrische Oberleitung zu schaffen. Damit können wir die Tieferlegung des gesamten Bahnhofs um 70 Zentimeter vermeiden.“
Die Kosten betragen 2,3 Millionen Euro für den Umbau der Brücke sowie zusätzlich 600 000 Euro für die Fahrstühle. Den größten Teil übernimmt der Bund als Hauptfinanzier. Das Land Niedersachsen gibt 170 000 Euro dazu. „Der Bau einer neuen Brücke mit Fahrstühlen würde nur eine Million Euro kosten“, betonte Rüdiger Grube. Während des Baus werde im südlichen Bereich des Vareler Bahnhofs eine provisorische Fußgänger-Überquerung als Ersatz installiert.
„In genau einem Jahr bin ich wieder hier und schaue mir den Baufortschritt an“, versprach Bahnchef Grube: „Und dann sehen wir uns zur Eröffnung wieder.“ „Ich nehme Sie beim Wort“, entgegnete Ulrike Kanna schlagkräftig und kündigte an: „Dann möchte ich die Erste sein, die mit dem neuen Fahrstuhl fährt.“
