Schwei/Rodenkirchen - Die Schweier können demnächst einen Ouzo trinken, wenn sie in ihrem Dorf essen gehen. Denn der Gastwirt Kostas Papageorgiou pachtet die Traditionsgaststätte Schweier Krug. Am Donnerstag, 13. Dezember, will er eröffnen – rechtzeitig zum Schweier Weihnachtsmarkt.
Kein Extra-Personal
„Der Bedarf ist da“, ist Kostas Papageorgiou überzeugt. Künftig wird er zwei Pachtbetriebe leiten: das Ikaros in Rodenkirchen, das er seit 17 Jahren betreibt, und eben den Schweier Krug. Zusätzliches Personal will er aber zunächst nicht einstellen: „Notfalls klone ich mich“, sagt der 54-Jährige, der selten um einen flotten Spruch verlegen ist.
Derzeit sind im Schweier Krug im Auftrag der Gemeindeverwaltung die Handwerker tätig. Sie ersetzen die Heizung und streichen die Gaststube und die beiden Clubzimmer. Der Saal folgt später. Im Frühjahr sollen dann die Fassade aufgehübscht und der Anbau abgebrochen werden. Auch den Biergarten will Kostas Papageorgiou nutzen.
Geöffnet sein wird der Schweier Krug – wie das Ikaros – täglich außer dienstags. Kostas Papageorgiou wird typische griechische Kost anbieten – von Gyros über Souvlaki bis Bifteki –, aber auch deutsche Hausmannskost wie Schnitzel und Steaks. Und im Winter selbstverständlich Grünkohl. „Ohne Grünkohl geht gar nichts“, sagt der Wirt. Insgesamt wird die Speisekarte im Vergleich zum Ikaros aber eher etwas reduziert sein.
Doch Kostas Papageorgiou setzt nicht nur auf hungrige und durstige Gäste. Ab nächstem Jahr will er auch als Hotelier firmieren und zunächst 15 Zimmer anbieten – an Touristen, Monteure und Vertreter. Wenn das Angebot gut angenommen wird, könnte er weitere sechs Zimmer für Gäste öffnen. Kostas Papageorgiou denkt auch darüber nach, Zimmer zusammen mit Fahrrädern zu vermieten.
Der Gastwirt stammt aus Trikala in der Nähe der Meteora-Klöster. Er betrieb in Volos eine Taverne, ehe er – der Liebe wegen, wie er sagt – vor gut 20 Jahren nach Deutschland kam. Vier Jahre arbeitete er als Koch in Bremen, dann eröffnete er den ehemaligen Rodenkirchener Hof unter dem Traditionsnamen Ikaros neu. „Ich bin als Petersilie gekommen und habe mich in eine Buche verwandelt“, macht der 54-Jährige deutlich, dass er in Rodenkirchen Wurzeln geschlagen hat. Er fühlt sich in Stadland wohl, seine Kinder Natalia (19) und Noël (14) sind hier aufgewachsen.
Schweier fragen nach
Und selbstverständlich hat er auch immer wieder Gäste aus Schwei im Ikaros. Und die fragten ihn, ob er nicht zu ihnen ins Dorf kommen wolle. Anfang November beschloss er, der Werbung nachzugeben und meldete sich bei der Gemeinde, die den Schweier Krug im Juli bei einer Zwangsversteigerung gekauft hatte.
