Hude - Online einkaufen, E-Mails schreiben oder interessante Themen recherchieren zu können gehört zu den Annehmlichkeiten, die heute das Internet bietet. Für Doris Schack aus Hude währt die Freude über eine Verbindung vom Wohnzimmer in die digitale Welt oft nur 15 Sekunden oder weniger.
Die Verbindung ist hergestellt, dann wieder nicht. Das dokumentiert die Huderin, indem sie sich den Status ihrer Verbindung ausdruckt. Zwischen 6.11 Uhr und 6.12 Uhr konnte sie zum Beispiel zweimal ins Internet – einmal elf und einmal neun Sekunden. Das geht schon seit vier Jahren so.
Heute kommt mal wieder ein Techniker vorbei. 15 bis 20 seien bisher bei ihr gewesen, sie kenne mittlerweile wohl fast alle von ihnen. „Nichts gegen EWE, die tun was sie können“, betont Doris Schack. Alle seien bisher sehr freundlich und fähig gewesen. Die 55-Jährige hat ein gutes Wissen rund um Störungsfälle, schließlich nahm sie selbst 12 Jahre in einem Callcenter Anrufe dazu entgegen. Die Internetverbindung komme und gehe in der Frequenz eines wackelnden Lämmerschwanzes. Das macht das Laden einer Internetseite zum Glücksspiel.
Viel Arbeit investiert
Auf der Suche nach dem Problem ist viel passiert. Bis ins Wohnzimmer wurde ein neues Telefonkabel verlegt, fünf bis sieben Splitter wurden eingebaut und dann wieder getauscht. Auch eine neue Telefonanlage wurde gekauft, der Fehler blieb. Auch drei Router wurden in der Zeit gekauft. Über 500 Euro aus der eigenen Tasche wurden dazu aufgewendet. „Fünf Leitungen führen ins Haus. Vier davon sind als defekt gemeldet. Ich sitze auf dem letzten Ast.“
Oft, wenn ein Techniker komme, funktioniere das Internet gerade. Erst wenige Male passte es und der Techniker konnte vor Ort den Fehler feststellen und analysieren. Als ein Bautrupp der Telekom einmal vor Ort war, habe auch dieser nichts messen können und zog wieder von dannen.
Eigene Theorie
Doris Schack hat jedoch eine eigene Theorie, wo das Problem zu finden sein könnte. Vor zehn Jahren habe ihr Mann beim Setzen eines Zaunes aus Versehen ein unter der Erde liegendes Kabel kaputt gemacht. Er dachte zuerst, es sei die Wurzel eines in der Nähe stehenden Baumes. Das Kabel wurde daraufhin erneuert. Im Jahr 2006 sei durch die Telekom eine neue Muffe gesetzt worden, ein Anschlusspunkt zu ihrem Haus. 2011 sei der Baum entfernt und die Wurzel ausgefräst worden. „In dieser Zeit begann die Störung.“ Die Theorie: Durch die Arbeiten am Wurzelwerk wurde die Muffe in Mitleidenschaft gezogen. Alles andere schließe sie mittlerweile aus.
Die Telekom, so Schack, mauere. Während EWE oft Techniker schicke, käme von der Telekom nicht viel. Die Forderung nach einer Überprüfung der Muffe verhallt. Nun ist Doris Schack in Verbindung mit dem Beschwerdemanagement, EWE versucht es ebenfalls bei der Bundesnetzagentur. Immerhin habe es einmal eine Gutschrift in Höhe von 35 Euro gegeben. Vor Gericht klagen möchte sie nicht. „Die meisten Sachen lassen sich in Frieden lösen. Die können aber froh sein, dass ich so geduldig bin.“
Wenigstens funktioniert das Telefon einwandfrei – ein Grund, warum Schack nicht den Anbieter wechselt. „Die Telekom nutzt Internettelefonie.“ Das bedeutet, so wie ihr Internet funktioniert, würde auch das Telefon funktionieren – ab und zu mal. „Meine Mutter lebt im Haus und ist 86 Jahre alt. Sie muss den Notarzt rufen können.“ Ihre Nachbarin sei bei einem anderen Anbieter und habe auch mit dem Telefon ständig Ausfälle.
