Mannheim - Vor dem Landgericht Mannheim muss sich seit Montag ein ehemaliger Auszubildender der Commerzbank verantworten. Er soll mit Komplizen einen sechsstelligen Betrag von Kundenkonten der Bank abgezweigt haben. Staatsanwalt Peter Lintz warf dem 24-Jährigen gewerbs- und bandenmäßigen Computerbetrug vor.

Der junge Mann soll die Computer von Kollegen in seiner Filiale in Hockenheim so manipuliert haben, dass er deren Zugangsdaten zum EDV-System der Bank abgreifen konnte. So hätten die Täter die Möglichkeit gehabt, sich EC-Karten samt Geheimnummern in Postfächer schicken zu lassen, erläuterte Lintz. Mit diesen hätten sie dann jeweils bis zu vierstellige Summen von Konten abgehoben. Mitangeklagt ist ein 26-Jähriger, der unter anderem bei den Abhebungen an Geldautomaten in Süddeutschland dabei gewesen sein soll.

Schon bald nach dem Start als Auszubildender 2009 soll der 24-Jährige in Internet-Untergrundforen mit Komplizen den Plan für die Taten entwickelt haben. Mit Hilfe der erbeuteten Zugangsdaten soll sich die Bande auch Online-Zugänge für Konten beschafft haben, um so 120 000 Euro in eigene Kanäle umzubuchen. Mit der EC-Karten-Masche hatte die Bande laut Anklage gut 217 000 Euro erbeutet.

Auf die Spur waren die Ermittler erst gekommen, nachdem sich der 24-Jährige gerühmt hatte, bankintern nicht aufgeflogen zu sein.