Wildeshausen - Am kommenden Montag, 15. Mai, könnte die Schlange an den Schaltern der Volksbank Wildeshauser Geest eG länger sein als üblich. Der Grund: Erstmals können Anleger der Bank maximal fünf Anteile mit einem Nennwert von insgesamt 1000 Euro zeichnen. Bislang waren maximal 200 Euro pro Person möglich. Für das zurückliegende Geschäftsjahr erhielten die Mitglieder eine Dividende von 4,25 Prozent sowie zusätzlich einen Bonus von 1 %.
Trotz Niedrigzins und weiterer regulatorischer Vorgaben aus Brüssel hat die Volksbank ihre Bilanzsumme 2016 um 10,85 Millionen Euro (plus 2,7 Prozent) auf nunmehr 410,16 Mio. Euro steigern können, wie die Vorstände Frank Ostertag und Jürgen Poppe am Freitag erläuterten. Die Einlagen sind um 4,1 Prozent (10,24 Mio. Euro) auf 259,33 Mio. Euro gestiegen. Ostertag wie Poppe zeigten sich mit dem Ergebnis zufrieden.
An die Kunden wurden Kredite in Höhe von 289,11 Mio. Euro ausgegeben. „Der Kreditzuwachs bewegte sich mit 5,1 Mio. Euro im Rahmen unseren Erwartungen“, sagte Ostertag. Als treibende Kraft habe sich erneut der private Wohnungsbau erwiesen. Auch im gewerblichen Bereich wurde kräftig investiert. Der Jahresüberschuss lag 2016 mit 732 000 Euro um 72 000 Euro höher als im Jahr zuvor. Von dem Gewinn fließen 150 000 Euro in die gesetzliche Rücklage; 510 000 Euro in andere Rücklagen.
Die Vertreterversammlung am Donnerstagabend im Koems-Saal in Harpstedt machte den Weg frei für eine Satzungsänderung, damit die Volksbank neue Geschäftsfelder erschließen kann. Dazu gehören unter anderem das Engagement im Bereich Regenerative Energien oder im Bausektor. So engagiert sich die Volksbank Wildeshauser Geest bei der Projektierung des Windparks in Haidhäuser. Über eine Tochter, die VR Immobilien Wildeshauser Geest GmbH, investiert sie in ein modernes Bauprojekt am Lehmkuhlenweg in Wildeshausen. Wie Ostertag erläuterte, waren auch Änderungen hinsichtlich neuer EU-Vorgaben erforderlich. „Wir haben die Satzung wetterfest gemacht.“
Eine Bankenfusion nach dem Vorbild der „Vereinigte Volksbank Ganderkesee-Hude Bookholzberg-Lemwerder“ schloss Ostertag vorerst aus. Das sei aufgrund unterschiedlicher EDV-Systeme derzeit ohnehin nicht umzusetzen. Auf lange Sicht werde es aber Strukturveränderungen geben.
Nach wie vor hoch sei der Beratungsbedarf in Sachen Geldanlage. Auffällig sei, dass die Summe der „Sichteinlagen“, also Geldeinlagen, auf die der Kunde jederzeit zugreifen kann, um 9,51 Mio. Euro (7,5 %) auf 137,09 Mio. Euro gestiegen sei. „Viele Kunden lassen Geld liegen“, meinte Ostertag. Das gehe „über den Notgroschen hinaus“. Eine Möglichkeit zur Geldanlage sei es, weitere Anteile bei der Bank zu zeichnen.
