Ganderkesee/Landkreis - „Die klassische, konservative Art“, Bankgeschäfte zu führen – das sei die Art der Genossenschaftsbanken in der Region, betonte Frank Ostertag. „Wir sind mehr Bankier als Banker“, ergänzte der Sprecher der Kreisarbeitsgemeinschaft der Genossenschaftsbanken Oldenburg-Land/Delmenhorst (GOLD) am Montagnachmittag bei der Bilanzpressekonferenz im Ganderkeseer Airfield-Hotel.
Mit ihrer Art sind sie gut im Geschäft: 2013 war laut Ostertag „ein erfolgreiches Jahr“, für 2014 erwartet er keine wesentlichen Veränderungen. Profitiert hätten die Volks- und Raiffeisenbanken besonders von Investitionen „im regenerativen Sektor“: Photovoltaik- und Biogas vor allem, Windkraft etwas weniger. Das Wachstum bei den erneuerbaren Energien schwäche sich jetzt aber ab, was mit gesunkener Förderung und „restriktiven“ Maßnahmen der Politik zu tun habe.
In diesem Jahr, so Ostertag weiter, werde dafür „im normalen Baugeschäft Gas gegeben“. Die Gemeinden weisen neue Baugebiete aus, private Häuslebauer stehen in den Startlöchern. Denen könnten die Genossenschaftsbanken „eine breite Basis an Baufinanzierungskrediten“ bieten.
Trotz der niedrigen Zinsen, die das Kreditgeschäft beleben, verzeichnen die GOLD-Banken auch bei den Einlagen noch eine Steigerung, allerdings größtenteils bei den kurzfristigen Sichteinlagen: „Die Kunden parken ihr Geld bei uns und wollen kurzfristig darüber verfügen“, erklärt Ostertag. „Für 2014 sehen wir nicht, dass das Zinsniveau sprunghaft ansteigt.“
Aber viel Arbeit erwarten die Banken in diesem Jahr: Die politisch gewollte Regulierung der Finanzmärkte führe zu einem „Wust von Regelungen, der auf uns niederprasselt.“ Immerhin kann diese Arbeit auf mehr Köpfe verteilt werden: Die Zahl der Beschäftigten in den sieben Banken wuchs um zwölf auf 520, davon sind 164 Teilzeitkräfte. Man lege den Fokus stark auf die Flexibilisierung der Arbeitszeiten, so Ostertag.
Zum Jahreswechsel hat der GOLD-Verbund Verstärkung bekommen: Nachdem im Vorjahr schon die Volksbank Oyten hinzugekommen war, trat nun die Spar- und Kreditbank eG Hammah bei. Die liegt bei Stade, aber Regionsgrenzen spielten für die Zusammenarbeit keine Rolle, sondern der Wunsch der Stader nach „einem kleinen, überschaubaren Genossenschaftsverband mit kurzen Entscheidungswegen“, wie Vorstandsmitglied Gerd Pott sagte.
