Fälscher setzen auf Farbkopierer und Farbdrucker
Die meisten Fälschungen
werden mit Farbkopierern oder Farbdruckern hergestellt und sind als Fälschungen zu erkennen, wenn die Sicherheitsmerkmale geprüft werden. Fälscher konzentrieren sich meistens bei der Nachahmung auf ein oder wenige Sicherheitsmerkmale, so dass es deshalb ratsam ist, mehrere Merkmale zu prüfen. Empfohlen wird, eine Banknote nicht auf Übereinstimmungen mit echten Noten, sondern auf Abweichungen vom echten Erscheinungsbild zu prüfen.Die Echtheit der Banknoten
lässt sich anhand mehrerer Merkmale überprüfen. So heben sich die Abkürzung der Europäischen Zentralbank, die Wertzahlen und die Abbildungen der Fenster bzw. Tore von der Oberfläche ab und können erfühlt werden. Im Gegenlicht werden das Wasserzeichen, der Sicherheitsfaden und das Durchsichtsregister sichtbar. Alle drei Merkmale sind auf der Vorder- und auf der Rückseite echter Banknoten zu erkennen. Wenn man die Scheine kippt, erscheint das Euro-Symbol als Hologramm auf der Vorderseite. Auf der Rückseite wird beim Kippen der Glanzeffekt des aufgebrachten Iriodinstreifens sichtbar.Mehr Infos unter
Den Schaden hat der Tankstellenbesitzer. Er bekommt sein Geld nicht zurück.
von Hauke Fooken
LEMWERDER - Ein Auto fährt an einer Tankstelle in Lemwerder vor. Ein Mann steigt aus, geht schnurstracks zum Tankshop und kauft eine Schachtel Zigaretten. Er bezahlt mit einem 50-Euro-Schein, steckt das Wechselgeld ein, geht zurück zu seinem Wagen und verschwindet auf Nimmerwiedersehen.So ähnlich muss sich die Szene am späten Freitagnachmittag an der Tankstelle Q1 abgespielt haben. Das Problem bei der Sache: Der 50-Euro-Schein war gefälscht. „Dass es sich um eine Blüte handelte, flog erst am Montag auf, als der Tankstelleninhaber das Geld zur Geschäftsstelle der Volksbank Bookholzberg-Lemwerder an der Stedinger Straße brachte“, so ein Polizeisprecher. Dort entpuppte sich die Banknote als echter „falscher Fuffziger“. Pech für die Tankstelle: Das Geld wird nicht ersetzt.
Nach Angaben von Jens Holscher, Volksbank-Mitarbeiter, handelt es sich bei der gefälschten Note möglicherweise um einen Einzelfall. „Mir ist nicht bekannt, dass bei uns in der jüngsten Zeit gefälschte Banknoten aufgetaucht sind“, sagt Holscher. Er weist darauf hin, dass die Bank die eingehenden Geldnoten gleich doppelt auf ihre Echtheit hin kontrolliere: „Das Geld wird zuerst von unseren Kassierern geprüft. Die haben im Laufe der Jahre ein richtiges Gespür für die Scheine und Münzen entwickelt.“ Außerdem müssten die Scheine auch durch eine Maschine laufen, die Fälschungen erkenne.
Bei der Polizei in Brake dauern die Ermittlungen in Sachen Falschgeld noch an. Auch das Landeskriminalamt in Hannover befasst sich mit der Blüte aus Lemwerder.
Übrigens: 2003 hat die Europäische Zentralbank (EZB) Falschgeld im Wert von rund 26 Millionen Euro sichergestellt. Im ersten Halbjahr 2004 waren die häufigsten Fälschungen in Deutschland 50-Euro-Noten (43 Prozent), gefolgt von 20-Euro-Noten (28 Prozent) und 100-Euro-Noten (21 Prozent).
Im genannten Zeitraum tauchten in der Eurozone etwa 300 000 Fälschungen auf, wobei zurzeit neun Milliarden echte Scheine im Umlauf sind.
