Emden/Hannover - Beim Offshore-Windkraftpionier Bard verrät eine neue Bilanz weitere Details zur Krise der Unternehmensgruppe. Laut Jahresabschluss 2012 streitet sich Bard seit gut zwei Jahren mit einem seiner Gesellschafter um ein Darlehen. Um wie viel Geld es dabei geht, ist nicht bekannt. Ein Bard-Sprecher äußerte sich am Montag auf Anfrage nicht dazu. Der jüngste Jahresabschlusses weist die Klage jedoch als mögliches Risiko aus.

Bard streitet mit der S.E. Safe Energy Beteiligungs GmbH, die 13 Prozent an der Bard-Muttergesellschaft hält. Der Rechtsstreit um das geliehene Geld war bisher nicht über Bilanzen einsehbar. Fest steht, dass Bard finanziell am Tropf seiner Hausbank HypoVereinsbank hängt.

Der Bard-Sprecher bekräftigte die Angabe aus der jüngsten Bilanz, wonach die Finanzierung der Gruppe noch bis Ende Juni dieses Jahres steht. Bard hatte im Herbst 2013 bekanntgegeben, den Betrieb bis zum Sommer stillzulegen. Die neue Rumpfgesellschaft OWS soll mit rund 300 verbliebenen Bard-Mitarbeitern den Betrieb und Serviceleistungen für den Hochseekraftwerk Bard Offshore aufrechterhalten.

Bard kämpfte beim ersten kommerziellen Offshore-Windpark in der Nordsee mit technischen Schwierigkeiten bei der Pionierleistung und geriet dann finanziell in Schieflage. Die Hausbank verhinderte mit Forderungsaufschüben eine Überschuldung. Laut Stand Ende 2012 liegt in der Bard Holding ein Minus von knapp 40 Millionen Euro, das nicht mehr mit Eigenkapital aufgewogen wird.

Die wichtige Tochter Bard Engineering schrieb allein 2012 119 Millionen Euro Verlust. Der Konzernabschluss der Gruppe folgt noch.