BARDENFLETH - BARDENFLETH - Eine stilisierte Biene – als Symbol für den sprichwörtlichen Fleiß – ist in der Bundesrepublik das Emblem der deutschen Landfrauenvereine. So war es nur legitim, dass sich kürzlich die Moorriemer Landfrauen einen Einblick in das Leben der Honigbienen, der Imkerei und der Bienenzucht verschafften. Im Moorriemer Landcafé führte der Bardenflether Imker und Bienenzüchter Friedrich Karl Tiesler seine Zuhörerinnen in die Materie ein: Es war ein weites Feld, das Tiesler gründlich, informativ und gleichzeitig spannend beackerte. Tiesler ist Zuchtobmann im Landesverband der Imker Weser-Ems.

Höhlenzeichnungen aus der Steinzeit bezeugen, dass sich schon vor 10 000 Jahren die Menschen den süßen Ertrag der Honigbienen zu Nutze gemacht hatten. In den ägyptischen Königsgräbern wurde die Produktion von Honig und Wachs dargestellt, die griechische Mythologie berichtet, dass Gott Zeus mit „Milch und Honig“ aufgezogen wurde. Im Mittelalter entstand das Zeidelwesen, die Honiggewinnung von Bienenvölkern in hohlen Bäumen. Erst in den Klöstern entwickelte sich die Hausbienenzucht zu hoher Blüte. Heute erzeugen deutsche Imker mit einer Million Bienenvölkern jährlich rund 20 000 Tonnen Honig, allerdings werden 75 Prozent der Honigware aus dem Ausland importiert.

„Wer sich einmal mit Bienen und Imkerei beschäftigt hat, der ist begeistert und diese Begeisterung wird ihn sein Leben lang nicht mehr loslassen“ unterstrich Friedrich Karl Tiesler seine nunmehr 30-jährige Passion. Seine Leidenschaft hat den Bardenflether bewegt, sich im Gegensatz zu vielen Hobbyimkern intensiv mit der Bienenzucht zu beschäftigen. Wesentliche Zuchtziele sind hohe Erträge in der Honiggewinnung, ruhige und friedliche Bienenvölker (wichtig in dicht besiedelten Gebieten) sowie eine geringe Bereitschaft zum Schwärmen. Zur Zucht friedfertiger und ertragreicher Bienenvölker und zur Paarungssicherheit sind die 18 Belegstellen auf den nord- und ostfriesischen Inseln für Züchter von großer Bedeutung. Zur Anpaarung mit gekörten Drohnenvölkern werden jährlich aus ganz Deutschland rund 12 000 Bienenköniginnen auf die sonst bienenfreien Inseln verbracht.

Die Bedeutung der Bienen hatte auch Albert Einstein erkannt: „Wenn die Bienen von der Erde verschwinden, dann hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben: keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen, keine Tiere mehr, kein Mensch mehr...“