Bardenfleth - „Wir machen das…“, hieß es auf dem Flyer im Jahr 2008, als Karin und Bernd Meiners die traditionsreiche Gaststätte in Bardenfleth übernahmen. Nun wollen sie es nicht mehr machen – und damit geht die 134-jährige Geschichte der Gaststätte Meiners dem Ende entgegen.
Nach fast zehnjähriger Führung hat das Ehepaar beschlossen, im April 2018 die gastliche Stätte zu schließen. „Auch wenn uns diese Entscheidung sehr schwer gefallen ist, müssen wir doch daran denken, es künftig ruhiger angehen zu lassen, damit wir unseren Ruhestand in Gesundheit genießen können“, sagt Bernd Meiners, „es ist der richtige Schritt für einen Lebensabend ohne Stress!“ Seine Freunde und Stammgäste hat das Ehepaar bereits im Rahmen einer Familienfeier über die anstehende Schließung informiert. Als einzige Gaststätte in den gesamten Moorriemer Ortsteilen wird es dann nur noch den Eckflether Kroog geben.
Könnte das Haus Meiners sprechen, es gäbe eine lange Geschichte zu erzählen. Über viele Jahre befand sich die Gaststätte im Besitz der Familie Meiners. 1883 kaufte Hinrich Ludwig Meiners die Gastwirtschaft mit Lebensmittelhandlung von Johann Gerhard Hayen.
Zuvor war es ein Köterhaus mit Kleinhandel und Gaststube gewesen. Die Moorriemer verpassten Hinrich Ludwig Meiners den Spitznamen „Swien Hinnerk“, um die Bardenflether Gaststätte von einem zweiten Gastbetrieb namens Meiners in Nordermoor zu unterscheiden. Sohn Hermann Meiners übernahm das gesamte Anwesen 1923, weiter geführt wurde der Familienbetrieb von Burchard und Traute Meiners, die den umfangreichen Sanierungsarbeiten 1975 eine Kegelbahn hinzu fügten – es wurde ein Treffpunkt für dutzende von Kegelvereinen. Die erste und damals in Moorriem einzige Bundeskegelbahn entstand in den Räumlichkeiten, die bis dato als Schlachterei und Sauendeckstation genutzt wurden.
Ab 1991 wurde der Gastbetrieb von Fritz und Edith Schröder geführt, ab 1995 pachteten Gerriet und Liliana Menke den Betrieb , und seit 2008 war die Gaststätte Meiners wieder in familiärer Hand.
An die vergangenen zehn Jahre denken Karin und Bernd Meiners bei aller Wehmut doch gerne zurück. So an die zahlreichen Kegelvereine, von denen viele der Kegler zu echten Freunden geworden sind, an Moorriemer Vereine, die die Gaststätte als Vereinslokal nutzten, an Familienfeiern, Betriebsfeiern und natürlich an die Jahre, in denen die Gaststätte Meiners alljährlich der Treff- und Ausgangspunkt für den großen Schützenmarsch des Moorriemer Schützenvereins war. „Trotz der immensen Arbeit hat es uns immer Spaß gemacht, Freunde und Gäste hier begrüßen zu dürfen,“ so das Ehepaar, „auch das Verhältnis zur Moorriemer Jugend war stets ein Grund zur Freude.“
Karin und Bernd Meiners legen aber auch großen Wert auf die Feststellung, dass der Gastronomiebetrieb bis April 2018 ganz normal und wie gewohnt weiter geht. Ob das Haus als Gastronomie weiter genutzt wird, dafür sieht Bernd Meiners wenig Chancen „Sollte es einen Nachfolger geben, der den Betrieb kauft, wären wir froh. Das Haus könnte auch geschäftlich umgenutzt werden.“
