BARDENFLETH - Heiße Diskussion im Moorriemer Landcafé: Raumordnung oder der Erhalt von Arbeitsplätzen? – Der Konflikt um die Erweiterung des Traditionskaufhauses Mode W in Bardenfleth war das Thema von Nordwestradio unterwegs, das am Donnerstag live ausgestrahlt wurde.
„Wenn wir nicht erweitern können, dann wird das Unternehmen in drei Jahren auf null heruntergefahren“, sagte Mode-W-Inhaber Wilfried Clausen am Ende der Diskussionsrunde, an der zudem Hartmut Doyen (Fachbereichsleiter Bauen -und Sozialwesen Stadt Elsfleth), Günther Vogel (stellvertretender Bürgermeister Elsfleth), Simone Schneider (Braker Tourismus und Marketing), Matthias Wenholt (Bauoberrat Brake), Ilona Tetzlaff (Nordenham Marketing und Tourismus) sowie Jörg Wilke (Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Wesermarsch) teilnahmen. Moderiert wurde die Runde von Otmar Willi Weber (Nordwestradio), der in dem nach Kaffee und Kuchen duftenden Landcafé von einer Sendung mit dem besten Geruchseindrücken sprach.
Die Vertreter aus Brake und Nordenham sprachen sich am Donnerstag erneut gegen die genannte Erweiterung des Modehauses W im geplanten Umfang aus. Sie befürchten einen Kaufkraftverlust der Zentren Brake und Nordenham.
Wilke konterte damit, dass 55 Prozent der Kunden von Mode W in Bardenfleth gar nicht aus der Wesermarsch kommen und es damit in Brake und Nordenham auch gar nicht zu starken Kaufkraftabflüssen käme. Das belegten auch die in Auftrag gegebenen Gutachten.
„Raumordnung ist nicht erfunden worden, um Unternehmen kaputt zu machen, sagte Elsfleths stellvertretender Bürgermeister Günther Vögel. Er wies darauf hin, dass die Braker selbst für das Ausbluten ihrer Innenstadt verantwortlich seien. „Brake hat mit jedem weiteren Richtfest in der Weserstraße die Innenstadt geschwächt“, betonte Vögel.
Clausen meinte angesichts der verhärteten Fronten: „Wir sollten zueinander finden, wir sollten nicht unnötig Blut vergießen. Im Krieg erleidet auch der Sieger schwere Verluste.“ Und dann fügte er hinzu: „Dieser Betrieb muss einfach bestehen bleiben.“
Ungeachtet der Wortbeiträge stellte Wenholt klar, dass Raumordnung ein Ausbluten der Innenstädte zu verhindern habe. Mode W habe zwar Bestandsschutz, doch die geplante Vergrößerung sei einfach zu massiv. Wilke konterte erneut, dass man in Brake gar nicht über entgangene Gewinne klagen könne. Schließlich verfüge die Stadt an der Unterweser gar nicht über ein solches Angebot.
