BARDEWISCH - Das Alt-Oldenburger Pferd war lange eine bedrohte Tierart. In Deutschland haben wir 200 eingetragene Zuchtstuten und ungefähr 20 Hengste, erzählt Werner Addicks, und steigt über den Zaun einer Weide in Bardewisch. Er muss es wissen. Der 73-Jährige züchtet die selten gewordene Rasse.
Zwei Fohlen tummeln sich momentan auf seinem Hof. Vorsichtig schnuppernd kommen sie näher. Pflegeleicht, gelassen, absolut klar im Kopf, so charakterisiert ihr Besitzer die Tiere.
Mit der Nachzucht der schweren Warmblüter hat er im Jahr 1982 angefangen. Ein Jahr später wurde der Zuchtverband für das Ostfriesische und Alt-Oldenburger Pferd gegründet, der 1988 vom Land Niedersachsen als selbstständige Zuchtorganisation anerkannt wurde.
Als in den 50er Jahren immer mehr Traktoren in der Landwirtschaft eingesetzt wurden, brauchte man die Alt-Oldenburger als Arbeitspferde nicht mehr, erzählt Addicks. Sie wurden mit anderen Pferderassen gekreuzt und veredelt.
Die Nachzucht wurde dadurch nicht einfacher. Nach dem Mauerfall sind wir in die ehemalige DDR nach Moritzburg in Sachsen gefahren, und haben dort Pferde aufgekauft. Dort wurden sie als Arbeitstiere eingesetzt.
Weitere Hengste auf ostfriesisch-oldenburgischer Grundlage wurden in Dänemark, Polen und den Niederlanden gekauft. Addicks erwarb in Moritzburg zwei Stuten. Er zog aus ihnen die gekörten Hengste Wilhelm Tell und Der Alte Oldenburger.
Der 73-Jährige spannt seine Tiere in Bardewisch regelmäßig vor die Kutsche, zum Beispiel für Hochzeiten oder andere Feiern. Mit den Pferden kann ich auch durch die Innenstadt von Bremen fahren. Die bleiben ruhig. Und auch reiten könne man die schweren Warmblüter hervorragend, wirbt er.
Die eindrucksvollen Tiere liegen ihm am Herzen. Und sieht man die kleine Herde im Wind auf den Weiden stehen, kann man es verstehen.
