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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Bargeld-Knappheit bereitet Bestattern Probleme

20.07.2015

Athen Die Bargeldknappheit in Griechenland macht auch nicht vor dem Tod halt. Zwar öffnen am Montag wieder die Banken, aber mehr als täglich 60 Euro dürfen weiterhin nicht abgehoben werden. Das trifft seit Ende Juni die Bestattungsunternehmen hart, die für ihre Dienstleistungen selbst bei einem bescheidenen Begräbnis das 15-fache dieses Tageslimits in Rechnung stellen.

„Seit den Kapitalkontrollen bei den Banken bekommen wir nicht einmal unsere Kosten wieder rein, egal, bei wem wir Forderungen haben“, sagt der Athener Bestattungsunternehmer Eustratios Voulamandis. Um überhaupt mit einer Bestattung anzufangen, brauche er 800 bis 1000 Euro. „Aber die Leute geben uns 50, 70 oder sogar nur 20 Euro und sagen, das sei alles, was sie haben“, schildert er die Lage.

Bestattungsunternehmen verlangen inzwischen ihr Geld im voraus, weil sie befürchten, nach der Beerdigung auf ihren Forderungen sitzen zu bleiben. Selbst vor der Finanzkrise ließen sie sich vorzugsweise bar bezahlen, Zahlungen per Kreditkarten oder Überweisungen waren die Ausnahme.

Die nun herrschende Bargeldknappheit habe makabre Konsequenzen, berichten Voulamandis und andere Bestatter. Etliche Tote hätten länger als in dem heißen Land üblich im Leichenschauhaus liegen müssen, und etliche Hinterbliebene hätten Privatinsolvenz anmelden müssen, ums staatliche Unterstützung für die Beerdigung ihrer Verstorbenen bekommen zu können, berichten sie.

Irgendwie hielten sich die griechischen Dienstleister seit der Schließung der Banken am 29. Juni mit einem informellen Kreditsystem über Wasser. Doch das immer tiefere Absinken in die Rezession lässt sich so nicht aufhalten - vor allem nicht in Branchen, in denen traditionell bar bezahlt wurde. Neben den Bestattern sind das auch die Steinmetze. Petros Kampitsis, der Grabsteine in der Nähe eines Athener Friedhofs anbietet, sagt, viele Griechen wählten nun einfachste Bestattungen. Das bedeute das Ende für sein Metier.

„Wir haben ein großes Problem, ein sehr großes Problem“, klagt er. „Die Leute haben kein Geld und sie versuchen, Begräbnisse für den kleinstmöglichen Preis zu organisieren. Ist eine Bestattung erfolgt, muss das Grab noch geschmückt werden. Aber was passiert, wenn man kein Geld hat? Der Grabschmuck wird gestrichen.“ Der Bargeldmangel habe seine Branche erstarren lassen, fügt er hinzu.

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