BARGLOY - Die Einwohner der Bauerschaft Bargloy hadern mit den zu erwartenden Anliegerbeiträgen, die im Zuge der Sanierung der Ortsdurchfahrt fällig werden. „Das ist für den ein oder anderen ein kalter Schlag in den Nacken“, meinte eine Anliegerin. Um die Kosten zu senken, regte Landwirt Eike Bruns unter anderem an, auf die Pflasterung der Kreuzung in Höhe des Anwesens Schmidt zu verzichten. Ulrich Fortmann, Leiter des Fachbereichs Bau, lehnte es dagegen ab, über Zahlen zu spekulieren. Eine erste Kostenschätzung soll in der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses, der am 11. August beraten will, vorliegen.
Der Bauamtsleiter sowie Eckhart Mumm und Susanne Plaspohl-Rademaker vom Wildeshauser Planungsbüro Mumm & Partner stellten den Anwohnern am Donnerstagabend in der Scheune von Siegfried Hüffermann die Maßnahmen zur Dorferneuerung in Bargloy, insbesondere die Umgestaltung der Ortsdurchfahrt auf einer Länge von gut 500 Metern, vor. An Stelle der Teerdecke soll ein grauer Pflasterstein auf knapp 4 Metern Breite verlegt werden. Die Straßenbeleuchtung wird erneuert. Die allee-artige Bepflanzung soll erhalten bleiben. Drei „Tore“ aus Bäumen markieren künftig die Ortseinfahrten, wie Plaspohl-Rademaker erläuterte. Mumm zufolge soll der Kreuzungsbereich entsprechend der Vorschriften neu geordnet und mit Bäumen optisch eingeengt werden. Anlieger fürchten indes, dass sich hier große landwirtschaftliche Fahrzeuge nicht begegnen können. Die Sorgen zerstreuten die Planer.
Mumm wies darauf hin, dass Oberflächenwasser von einer etwa 60 Hektar großen Fläche in Richtung Brookbäke abgeführt werden müsse. Daher sei eine neue Rohrleitung in der Straße erforderlich.
50 Prozent der öffentlichen Investitionen erhalte die Stadt im Zuge der Dorferneuerung vom Land „geschenkt“, betonte Fortmann. Jeweils 25 der Nettosumme zahlen Stadt und Anlieger. Der Fachbereichsleiter bezeichnete die Dorferneuerung als „historische Chance“. Es sei nicht selbstverständlich, dass Projekte in 14 Bauerschaften gefördert werden. Insgesamt steht für die Verbunddorferneuerung „Auetal / Pestruper Heide“ in den kommenden neun Jahren 1 Million Euro zur Verfügung (wir berichteten). Start ist in Bühren.
In allen 14 Bauerschaften sollen wetterfesten Tafeln mit Ortsplänen aufgestellt werden, wie Mumm erklärte. Wie in Bühren soll auch in Bargloy ein Bus-Wartehäuschen gebaut werden. Die Eltern schulpflichtiger Kinder wiesen bei der Ortsbegehung darauf hin, dass die Hütten nicht nur Schutz vor Wind und Wetter bieten, sondern auch gut einsehbar sein müssten.
Private Investoren, die Mittel aus der Dorferneuung in Anspruch nehmen wollen, erhalten maximal einen Zuschuss von 30 Prozent der förderwürdigen Investitionen von der Behörde GLL. Die Mindestfördersumme liege bei 2500 Euro, was einem Investitionsvolumen von 8300 Euro entspreche.
Für individuelle Berechnungen steht im Stadthaus Astrid Wolfanger zur Verfügung (Telefon 04431/88-604). Man wolle nichts über die Köpfe der Dorfbewohner hinweg entscheiden, sagte Fortmann.
