Barjenbruch - Frits Deemter kennt das. Wenn Gäste in den Essgarten in Barjenbruch kommen, dann „ist die Neugier groß“. „Die Leute wollen wissen: Wie schmeckt denn das?“, was da frisch geerntet auf den Tisch kommt. Ab 2020 will Deemter die Palette der Genüsse abermals erweitern: Neben selbst erdachten Gerichten, eigenem Wein, Likör und Brot sollen selbst hergestelltes Eis und „Grut-Bier“ die Geschmacksknospen verwöhnen. Sie sind Teil einer Entwicklung, die Deemter mit dem Wort „Professionalisierung“ beschreibt.
Rund 24 Jahre ist es her, dass die Familie Deemter aus einem Reihenhaus in Bremen aus- und in ihr frisch erworbenes Zuhause in Barjenbruch eingezogen war. „Als Autodidakten“ hätten sie begonnen, auf dem zweieinhalb Hektar großen Grundstück rund 1000 verschiedene Esspflanzen anzubauen. Zehn Jahre später stiegen sie mit der Ernte ins Entwickeln neuer Rezepte ein – ebenfalls als Autodidakten. „Vom Geschmack her konnten wir überzeugen“, weiß der Physiotherapeut Deemter aus unzähligen Besucherkommentaren. Worum es jetzt in einem nächsten Schritt gehe: „Feinschliff, Abläufe, Dekoration.“
Unterstützung findet Frits Deemter dabei – nach der Trennung von seiner Ehefrau Heike im vorigen Jahr – durch seine neue Partnerin Gisela Töllner, die jetzt ebenfalls in Barjenbruch lebt. „Ich gucke nach den Pflanzen, sie nach der Gestaltung“, frotzelt er.
Mehrere Ideen sind bereits in die Tat umgesetzt. So erhielt der „Kristallpalast“, die 200 Quadratmeter große Orangerie, im Inneren eine neue Farbgestaltung. Dadurch sollen die Pflanzen stärker zur Geltung kommen. „Eine Linie, kein Gedöns“ – so fasste Gisela Töllner das zusammen.
Geändert wurde auch die Gestaltung der Terrasse. Sie ist jetzt ein wenig kleiner, auch mit einem Windschutz in Rost-Optik versehen. Gleich daneben hat Frits Deemter nach einer entsprechenden Anregung von Besuchern eine Feuerstelle gebaut. Erst sei ihm gar nicht klar gewesen, wie so eine Feuerstelle aussehen könnte, erinnert er sich. Gisela Töllner, ganz Pragmatikerin, habe im Internet geblättert und schließlich mit dem Finger auf die Lösung gezeigt: „So.“
Was die geplante Erweiterung der Getränkeangebote um „Grut-Bier“ angeht, handele es sich dabei um ein Produkt ohne Hopfen, das im frühen Mittelalter hierzulande verbreitet gewesen sei. Zum Würzen werde eine Mischung aus Kräutern genutzt. Einen herben Geschmack müssten diese Kräuter haben. „Mit Eisberg-Salat geht das nicht so gut“, lacht Deemter.
Der Essgarten gilt als beliebter Veranstaltungsort für Feiern, etwa Hochzeiten. Auch eine Hochzeitsgesellschaft aus Österreich will man demnächst empfangen. Die größte Gruppe unter den Besuchern aber seien nach wie vor die Naturinteressierten, deren Anteil Frits Deemter auf „wohl etwa 90 Prozent“ schätzt. Landfrauen kämen, Sportler, Interessengruppen und, und, und.
Ab 2020 will Deemter diesen Gruppen eine Kombination aus Führung mit Kaffee und Kuchen oder alternativ mit leichtem Mittagessen anbieten.
„Wo wir hinwollen“, sei eine Nutzung auch für Firmen-Events. Für Tagungen oder Seminare biete der Essgarten „eine super-inspirierende Umgebung“. Denkbar sei ferner eine Nutzung für Schulungen – im Idealfall rund um das Thema Biodiversität. Die Adresse des Essgartens: Barjenbruch 3, 27243 Winkelsett. Parkplätze vor dem Gebäude. Weitere Infos: www.essgarten.de.
