Barßel - Die Hilfsbereitschaft war von Anfang an groß. Seit dem Start des Aktionskreis Pater Beda waren auch Barßeler Ehrenamtliche dabei, die in ihrer Gemeinde von Haus zu Haus gefahren sind, um Kleiderspenden zugunsten von notleidenden Familien in Brasilien zu sammeln. Jetzt haben sich die Ehrenamtlichen in Barßel aber etwas Neues ausgedacht. An vier festen Standorten in der Gemeinde stehen jetzt Kleidercontainer, die zu jeder Tageszeit angefahren werden können. „Diese Container bieten einfach eine Chance, noch mehr Kleider zu sammeln, und das rund um die Uhr“, sagt Heiner Hagen, der zusammen mit zehn weiteren Ehrenamtlichen die Aktion auf dem Gebiet der Gemeinde Barßel organisiert.

Die neuen Standorte sind gut verteilt. In Barßel stehen ab jetzt Container auf dem Parkplatz vor dem Hafen-Bad und am ZOB an der Industriestraße. In Harkebrügge kann man in Zukunft Kleiderspenden an der Ecke Schützenplatz/Schulstraße/Kettelerstraße abgeben. In Elisabethfehn ist der Container an der Ecke Dohlenstraße/Kuckuckstraße aufgestellt worden. Alle 14 Tage werden die Container dann gelernt. „Natürlich bitten wir die Leute, nur Sachen in die Container zu geben, die wirklich noch in gutem und brauchbaren Zustand sind“, sagt Heiner Hagen. Überfüllte Container mit Müll oder neben den Container liegende Säcke wollen die ehrenamtlichen Helfer vermeiden.

Doch wem genau kommt eigentlich die Hilfe zugute? Der Aktionskreis Pater Beda hat mehrere Anlaufstellen. Diese liegen im Nordosten Brasiliens. Da ist zum Beispiel Demetrius von der Gemeinschaft der kleinen Propheten. Er betreut in der Stadt Recife Straßenkinder in einem dafür eingerichteten Projekthaus. Dort können sich die Kinder waschen, schlafen, essen und lernen. Zu seinen Lebzeiten hat auch Pater Beda selbst immer wieder diese Straßenkinder besucht.

Ein weiteres Projekt ist das von Antonio Cleide, der gemeinsam mit seinen Mitarbeitern in Cajazeiras im Bundesstaat Paraiba Kleinbauern und Landlose unterstützt, sich im Kampf um Land in Brasilien zu organisieren. Die kleinbäuerliche Familienlandwirtschaft produziert 75 Prozent der Grundnahrungsmittel, die in Brasilien konsumiert werden. Dort, wo sich diese Bauern nicht wehren können, werden sie immer noch von großen multinationalen Agrarkonzernen verdrängt, heißt es vom Aktionskreis.

Der Erlös aus dem Verkauf gebrauchter Kleidung und Schuhen geht direkt an diese Projekte. Dabei wird die Kleidung an ein zertifiziertes Verwertungsunternehmen verkauft.

Heiner Elsen
Heiner Elsen Redaktion Münsterland