Barßel - Er ist Punkt 15 Uhr am Nachmittag. Da rauscht ein Trecker mit einem Anhänger voll beladen mit Grünschnitt an. Der Mann hat gerade zu Hause seine Hecke geschert und will nun den Abfall auf dem Wertstoffhof des Landkreises Cloppenburg an der Westmarkstraße in Barßel-Lohe loswerden. „Der hat es aber eilig. Wir machen doch gerade erst auf“, meint Hubert Bohnen. Seit mehr als 20 Jahren ist er dort der Wertstoffhofwärter und hat ein gutes Gespür und Auge dafür, was die Leute so alles loswerden wollen.
Jetzt zum Herbst geht es wieder so richtig los mit dem Baum- und Strauchschnitt. Das sind Grünabfälle, die mit der Astschere oder Rasenschere geschnitten werden. Auf dem Wertstoffhof in der Loher Westmark geht es zu wie in einem Ameisenhaufen. Hänger für Hänger rollen an, überwiegend beladen mit Grünabfällen.
Dabei handelt es sich um Rasenschnitt, Heckenschnitt, Stauden oder Blumen. Aber auch um Laub, das jetzt beim Herbst von den Bäumen fällt. „Die Entsorgung muss natürlich bezahlt werden“, sagt Bohnen, der alles fest im Blick hat. Er organisiert das Gewusel auf dem kleinen Hof. Ein Blick ins Wageninnere genügt: „Altpapier?“ Er deutet auf einen Papiercontainer und geht zum nächsten Auto. Scheibe runter. „Erde und ein alter Bildschirm“, sagt eine junge Frau. „Dann in den dritten Container für „Elektroschrott“, antwortet er.
„Jetzt, wo sich der Herbst zeigt, bringen die Leute viele Gartenabfälle“, sagt Bohnen. Doch die Jahreszeit bringt natürlich auch sehr viel Laub mit sich. Dann herrsche auf dem Wertstoffhof immer Hochbetrieb. Ein junger Mann aus Harkebrügge möchte noch eine kleine Restmülltonne für seine Schwiegermutter abholen. „Die habe ich derzeit nicht da“, vertröstet der stellvertretende Wertstoffhofwärter Peter Möhlmann aus Elisabethfehn den Mann. „Freitag können Sie wiederkommen. Die Tonnen sind bestellt“, sagt Möhlmann.
Bald ist es 18 Uhr, die Letzten wollen es noch schaffen, bevor der Hof seine Pforten schließt. Es wird noch einmal richtig voll. Bohnen kennt die meisten Leute. Es werden Hände geschüttelt, es wird über das schlechte Wetter gesprochen. Geöffnet ist der Wertstoffhof noch bis Ende des Monats jeden Mittwoch von 15 bis 18 Uhr, freitags von 14 bis 18 Uhr und samstags von 9 bis 13 Uhr.
Bohnen schließt die Tore und macht sich auf den Heimweg. Doch für ihn ist die Arbeit noch nicht beendet. Gleich um die Ecke betreibt er als Landwirt seinen Hof.
