BARßEL/HARKEBRüGGE - Die Pläne des Barßeler Bürgerfraktions-Mitglieds Heinz Frerichs, den Bereich rund um den Harkebrügger See touristisch zu erschließen (die NWZ berichtete), sorgen nun für einen Nachhall auf Seiten der lokalen Naturschützer.

Wolfgang Briese, der ehemalige Vorsitzende der Cloppenburger Kreisgruppe des „Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland“ (BUND) kritisierte Frerichs Pläne. „Das gesamte Ufergebiet am See und der Soeste ist Naturschutzgebiet nach Paragraf 28a des Naturschutzgesetzes“, erklärte er gegenüber der NWZ . Das Schutzgebiet reiche an der Soeste vom Ufer aus 50 Meter in das Land hinein. Eine Paddel- und Pedalstation sei deshalb dort nicht möglich. Die bereits bestehende Barßeler Station sei lediglich durch eine Ausnahmegenehmigung möglich gemacht worden.

Auch der aktuelle Vorsitzende der BUND-Kreisgruppe, Manfred Meinsen, ist gegen die touristische Nutzung. „Die Landschaft ist hier in den letzten Jahren schon so ausgeräumt worden“, meinte er. Meinsen warnt davor, auch die letzten „Naturoasen“ zu nutzen. Er könne sich am ehesten noch damit anfreunden, wenn jemand eigens für die touristische Nutzung einen Baggersee anlegen ließe.

Der Landkreis Cloppenburg bestätigte indes die Informationen des BUND. „An den Uferrändern von Soeste und Harkebrügger See wächst Froschkraut, das EU-rechtlich geschützt ist“, sagte Ansgar Meyer, Pressesprecher des Landkreises. Dies spreche zwar nicht generell gegen eine touristische Nutzung der Flächen, müsse allerdings in den Planungen berücksichtigt werden. „Dies ist der Gemeinde Barßel bereits mitgeteilt worden“, fügte Meyer an.

Heinz Frerichs hat hiervon nach eigenen Angaben noch nichts erfahren. „Ich bin sehr erstaunt, dass auf einmal der Paragraf 28a hervorgeholt wird“, erklärte er. Frerichs fragt sich, ob hierdurch das Projekt „ausgehebelt“ werden solle. Ihn ärgere sehr, dass der Status als Schutzgebiet nicht schon vorher bekannt gegeben worden sei.


Frerichs selbst liegt nach eigenen Angaben der Naturschutz sehr am Herzen. „Ich möchte im Einklang mit der Natur einen sanften Tourismus schaffen, damit auch die Gemeinde etwas davon hat.“ Er erhoffe sich von der Umsetzung seiner Pläne auch einen finanziellen Gewinn. Tourismus und Naturschutz schlössen sich nicht aus. „Man könnte etwa Ruhezonen einrichten“, so Frerichs. Diese würden dann durch eine spezielle Kennzeichnung ausgewiesen und seien dadurch schnell erkennbar.