BARßEL - Aufs Festessen zu Weihnachten freuen sich viele – bis auf den Koch. Denn der steht oft stundenlang in der Küche, um den obligatorischen Gänsebraten zu „betreuen“. Dass es auch leckere und schnell zubereitete Alternativen zum Gänsebraten gibt, zeigte jetzt ein Kochkursus des Bildungswerkes Barßel.
Unter dem Titel „Festessen zu Weihnachten“ zeigte Hauswirtschaftsmeisterin Heidi Beckmann neue Koch- und Backrezepte für festliche Anlässe. So zum Beispiel leckeres Schweinefilet in Bratapfelkruste oder Putenröllchen mit delikater Füllung an Bandnudeln. Bereits beim Lesen der Menüvorschläge lief da so manchem das Wasser im Munde zusammen. Doch vor dem Genuss stand in der Lehrküche der Soesteschule die Arbeit. Zwei „Vier-Gänge-Menüs“ wurden von den neun Teilnehmerinnen und einem Teilnehmer in Koch-Teams komplett gekocht.
„Normalerweise kochen bei mir Zu Hause mein Mann oder meine Söhne, jetzt will ich’s aber auch mal ausprobieren. Und ich finde, es macht richtig Spaß“, freut sich Conny Dumscheit aus Bösel. Sie filetiert Orangen für eine Orangen-Möhren-Suppe. Edeltraut Stammermann macht sich über zwei Birnen her, die von ihr geschält und geviertelt werden. „Die werden nachher in Rotwein gedünstet und kommen zum Walnusseis“, sagt die Böselerin. Für sie ist der Kursus eine willkommene Inspiration. „Ich will alles nachkochen“, hat sie sich vorgenommen.
Kursleiterin Heidi Beckmann eilt derweil von Herd zu Herd, um Fragen zu beantworten. „Dass manche Gerichte nicht gut werden liegt daran, dass die Hobbyköche einen falschen Topf nehmen und die Garzeit nicht beachten. Einige lesen auch die Rezepte nicht zu Ende“, weiß die Hauswirtschaftsmeisterin.
Das Lesen der Rezepte fällt an diesem Abend den meisten Teilnehmern leicht, denn die Rezepte, die Heidi Beckmann „auftischt“, sind gut umzusetzen. Wie zum Beispiel die frittierten Käsesticks auf Salat. „Mmmh lecker“. Mechthild Lütjes läuft schon beim Anblick das Wasser im Munde zusammen.
Wie Aschenputtel beim Erbsen sortieren kommt sich Kursteilnehmerin Anja Gröneweg vor. Sie hat aus Versehen rote und gelbe Paprikawürfel für die Sauce zum Putenfilet gemischt, statt sie farblich zu trennen. Nun ist Handarbeit bei der Frau aus Barßelermoor gefragt.
Nach rund 1,5 Stunden Kocherfahrung kommt der große Moment: Es darf gekostet werden. „Einfach köstlich und mal was ganz anderes als die übliche Weihnachtsgans“, findet Conny Dumscheit. Nach vier kalorienreichen Gängen und vier Stunden Kochvergnügen schließt das Kochstudio in Barßel.
„Ich hätte nie gedacht, dass man mit so wenig Aufwand so leckere Gerichte zaubern kann“, freut sich Edeltraut Stammermann über die neuen Anregungen.
