BARßEL - BARßEL - Sie sind Raucher? Oder kaufen Sie häufiger Windeln oder Papiertaschentücher? Dann sollte Ihnen die FOPAC Maschinenbau aus Barßel ein Begriff sein. Ist es aber nicht? Nun gut, das hat einen einfachen Grund, denn die Produkte der Firma bleiben für den Verbraucher im Hintergrund: FOPAC baut hochmoderne Maschinen, die unter anderem die genannten Produkte in Kartons verpacken und diese dann auf Paletten transportfähig machen. Weltweit ist zum Beispiel jede zweite Zigarettenstange auf einer Maschine von FOPAC verpackt worden – und das mit einer Geschwindigkeit von bis zu 120 Stangen pro Minute, erläutert Josef Schulte, bei FOPAC verantwortlich für Entwicklung und Konzeption. „Dagegen kann man wohl nicht anrauchen“, kommentierte Hans Eveslage als Vize-Präsident des Oldenburger Münsterland die immense Geschwindigkeit der FOPAC-Maschinen, die eher als Industrieroboter bezeichnet werden dürften.

Eveslage, Verbund-Geschäftsführer Stefan Ortmann, Landkreis-Wirtschaftsförderin Katharina Deeben und Hermann Blanke (Steinbeis-Transferzentrum Oldenburger Münsterland) sowie Barßels Bürgermeister Johannes Budde haben sich jetzt bei der FOPAC schlau gemacht. Betriebsleiter Christoph Triphaus erläuterte den Gästen den Aufbau und die Arbeitsweise des Betriebs, der 1976 in Barßel ansiedelte und hier mittlerweile an drei Standorten vertreten ist.

FOPAC ist eine Tochter des 1955 in Verden gegründeten Focke-Konzerns, der eine weltweit führende Stellung in der Tabak-Verpackung einnimmt. Die Experten streiten, ob es Nummer eins oder zwei ist. Der Barßeler Betriebszweig wird gerade auf eigene Füße gestellt: Allgemeine Verpackung heißt das Stichwort – siehe Papiertaschentücher, Windeln und eigentlich alles, was ins Sortiment der Hygiene beziehungsweise auch der trockenen Lebensmittel gehört. Sei es Zahnpasta oder Puddingpulver – die Maschinen von FOPAC verpacken alles, erläutert Ralf Fahrenholz (Vertrieb und Marketing).

Die 291 Mitarbeiter in Barßel sind hochspezialisiert. Und vor allem hochgradig motiviert, freut man sich in der FOPAC-Spitze um Werksleiter Wolfgang Kern. „Wir legen schon Wert darauf, dass unsere Leute aus der näheren Umgebung kommen“, sagen Triphaus, Schulte und Fahrenholz, wenngleich sie selbst auch alles „Externe“ sind. Triphaus zum Beispiel sitzt für An- und Abfahrt jeden Tag zwei Stunden im Auto: „Macht nichts“, sagt er, die Arbeit macht eben Riesenspaß. Die Azubis werden umfassend in Mechanik, Elektronik, Zerspanung und im technischen Büro ausgebildet, und wenn sie noch ein Studium dranhängen, hätten sie im Maschinenbau eine glänzende Zukunft, zeichnet er seinen Werdegang nach.

Kommunalpolitiker wie Eveslage oder Budde sind über die erfolgreichen Mittelständler wie FOPAC natürlich sehr froh. Und dabei haben sie nicht nur die Steuereinnahmen im Blick. Viele Firmen rund um Barßel arbeiten zum Beispiel als Zulieferer für die FOPAC, freut sich Bürgermeister Budde über das Zusammenspiel der Wirtschaft vor Ort. Das sichert Wachstum und Arbeitsplätze, freut sich auch Eveslage, der der Wirtschaftsförderung im Kreis erste Priorität einräumt.