BARßEL - Im Sommer soll in den leerstehenden Räumlichkeiten der ehemaligen Fachintensivpflege für Dauerbeatmete und Schwerstpflegebedürftige (FIP) im Gesundheitszentrum Barßel eine Wohneinrichtung für behinderte Menschen (Eltern) mit Kindern eröffnet werden. Bis dahin gibt es noch zahlreiche Umbaumaßnahmen.

Die „belegte Elternschaft“ ist ein Pilotprojekt und ist zunächst auf zwei Jahre ausgelegt. Das Konzept der Einrichtung stellten jetzt Michael Bode, Vorstand des Caritas-Vereins Altenoythe, Dipl.Kfm. Gerold Abrahamczik, Unternehmensberatung, Carsten Huslage, Geschäftführer der Caritas Barßel-Saterland GmbH, Pfarrer Wolfgang Pille, sowie Dipl.Sozialpädagoge Heinz Schroer der Öffentlichkeit vor. Betreiber der Einrichtung ist der Caritas-Verein Altenoythe.

Trennung verhindern

Die Maßnahme diene dazu, eine Trennung der Kinder von der Familie zu verhindern. Ziel der Einrichtung sei es auch, den Personenkreis im stationären Rahmen zu befähigen, die Versorgung des Kindes zu gewährleisten, um dann nach Möglichkeit in ambulante Wohnangebote zu wechseln.

Wesentliches Kriterium für die Aufnahme in die Wohneinrichtung sei die Bereitschaft, sich im stationären Rahmen auf die Begleitung des Familienlebens einzulassen. Die geistig behinderten Mütter und Väter mit ihren Kindern hätten ein eigenes Appartement zur Verfügung und könnten eine gemeinsame Küche, Räume für Gruppenarbeit oder Spiel- und Förderräume nutzen.


Rund-um-die-Uhr-Betreuung

„Die zukünftigen Bewohner werden aber nicht allein gelassen. Es wird ein Rund-um-die-Uhr-Betreuung für die behinderten Menschen mit ihren Kindern geben“, sagt Heinz Schroer“, Bereichsleiter Wohnen und offene Dienste beim Caritas-Verein Altenoythe.

Mehr Selbstbestimmung

Wie Schroer berichtet, habe sich die Lebenssituation von behinderten Menschen hin zu mehr Selbstbestimmung verändert. Es gebe allerdings noch immer Vorurteile, wenn solche Menschen eine eigene Familie gründen wollen. „Menschen mit geistiger Behinderung haben ein Recht auf Gründung einer eigenen Familie“, so Schroer.

Nicht immer seien diese Eltern in der Lage, ihren Alltag und ihre Erziehungsaufgabe so zu bewältigen, dass die Kinder mit normalen Chancen aufwachsen können. Und hier legt die spezielle neue Einrichtung in Barßel ein wichtiger Grundstein, meinte der Dipl. Sozialpädagoge. Die Kinder, die in der Regel nicht behindert sind, werden bis zum Grundschulalter begleitet.

Die Einrichtung in Barßel ist für zwölf Appartements ausgerichtet. Die Kosten der Einrichtung für die nächsten beiden Jahre werden mit rund 600 000 Euro angegeben. Etwa zwölf neue Arbeitsplätze werden mit dem Projekt geschaffen.

Erfreut zeigte sich Geschäftsführer Carsten Huslage, dass die Räumlichkeiten im dritten Obergeschoss im Gesundheitszentrum wieder mit Leben erfüllt würden. In die leerstehenden Räume im 1. Stock soll eine Logopädiepraxis ziehen.