BARßEL - BARßEL/CPA - Auf dem Trockendock in der Slipanlage im Barßeler Bootshafen lag jetzt für einige Tage das Torfmuttschiff „Ella“ aus Nordgeorgsfehn zur Reparatur.
„Die Motorschraube musste überholt werden“, sagte Anton Siemer von der Firma Yachtservice Siemer in Reekenfeld. Für die Interessengemeinschaft „MS Ella“ aus Nordgeorgsfehn kam die Slipanlage gerade recht. „Sonst hätten wir die alte Dame mit einem Kran aus dem Wasser holen müssen – und das ist teuer“, sagte Heinz-Dieter Baumfalk von der IG, die sich seit 23 Jahren liebevoll um das Schiff kümmert.
Mit der Instandsetzung erfolgte auch ein neuer Anstrich der „Mutte“. Die „Ella“ hat eine bewegte, über 100-jährige Geschichte. Acht Jahre lang fuhr Hinrich Manßen aus Holtgast mit seinem Vater Theodor auf dem Schiff. Seine damalige Verlobte und heutige Ehefrau Ella Manßen gab dem Schiff seinen Namen. Bevor die „Ella“ 1964 zur Familie Manßen nach Nordgeorgsfehn kam, gehörte es den Schifferfamilien Zimmermann aus Spetzerfehn und Köster aus Wiesmoor.
Dort trug das in Holland gebaut Stahlschiff die Namen MS „Helene“ und MS „Anna“. Bei Manßens kam das Schiff nicht sofort zum Einsatz, sondern wurde beim Schmiedebetrieb Hermann Kramer umgebaut. Weil man es vorwiegend auf der Ems für die Nassbaggerei einsetzen wollte, wurde ein Bagger aufgesetzt.
Viele Tage fuhr die „Ella“ auf der Ems. Die Familien Manßen holten Sand aus dem Fluss und brachten ihn zu Ziegeleien. Zwischendurch wurde Strauchwerk aufgenommen, um damit Buhnen zu bauen. Im Mai 1974 gaben die Manßens als letzte Familie in Nordgeorgsfehn den unrentabel gewordenen Schifffahrtsbetrieb auf und verkaufte das Schiff.
Eine Emder Familie nutzte es gut ein Jahr für Granatfang, dann landete die „Ella“ im Emder Hafen, wo sie der Firma van Brethorst als Ponton zum Anstreichen großer Seeschiffe diente. Per Zufall entdeckte Schmiedemeister Hermann Kramer das Schiff, kaufte die „Ella“ und bot sie dem damaligen Ortsvorsteher Baumfalk an.
Der knüpfte Kontakte zum Rathaus, und die Gemeinde Uplengen kaufte die „Ella“ schließlich für 10000 DM. Baumfalk rief dann die Interessengemeinschaft ins Leben, die sich nun um das Schiff kümmert und damit Touristen und Einheimische über den Kanal schippert. Rund 13 Mann sind in der IG „MS Ella“ vertreten. Ein neuer Motor für das Schiff wurde aus dem Programm „Leader-Plus“ finanziert.
