BARßEL/SATERLAND - Im Restaurant Santorini am Elisabethfehnkanal duftet es nach gegrilltem Fleisch. Kein Zigarettenrauch stört die Nasen der Gäste, während die Bedienung mediterrane Speisen auftischt. „Ich habe keine Probleme mit dem Rauchverbot im Restaurant und meine Gäste ebenfalls nicht“, sagt Harjinder Singh, Inhaber des Restaurants. Wer rauchen wolle, gehe eben vor die Tür.

„Ich habe mich früher immer geärgert, wenn ich beim Essen eingequalmt wurde“, sagt Stammkundin Petra Geesen. Nach Beobachtung von Lena Seidel, Leiterin des Restaurants „Queen of Texas“ am Barßeler Hafen, haben sich mittlerweile die meisten Gäste ans Rauchverbot gewöhnt. „Wer rauchen will, geht vor die Tür. Da gibt es eigentlich keine Diskussionen“, berichtet Lena Seidel.

Heiner Niehaus, Inhaber des Hotel- und Gaststättenbetriebs „Zum Weißen Roß“ in Barßel, nutzt das Schlupfloch des Gesetzes, dass Einraum-Kneipen ohne Speisenbewirtung vom generellen Rauchverbot ausnimmt. „Wenn hier am Tresen Rauchverbot wäre, würde niemand meiner Gäste mehr kommen. In einer Kneipe muss Rauchen erlaubt sein“, sagt der Gastronom. Kein Freund des Rauchverbotes ist auch Kian Mandehgorian, Geschäftsführer des Bistros „Chateau“ in Barßel. „Das Rauchverbot ist schlecht für den Umsatz. Viele Gäste möchten nach dem Essen eine Zigarette rauchen.“

Die „Zigarette danach“ fehlt auch Anika Berkenheger aus Barßel. „Mich hält das Verbot zuweilen vom Restaurantbesuch ab“, sagt die 31-jährige Raucherin. Im Gegensatz zu ihrer Schwester Carmen, die auf Nikotinschwaden beim Essen gerne verzichtet. Nur beim Bier in der Kneipe möchte die Gelegenheitsraucherin nicht auf den Glimmstängel verzichten. „In Kneipen, wo nicht geraucht werden darf, fehlt die Gemütlichkeit“, sagt die 37-Jährige.

Überrascht, wie problemlos offenbar das Gesetz vor Ort Anwendung findet, ist Bernhard Helmke. „Ich freue mich, dass die Gäste viel Verständnis für die Regelung aufbringen. Ich hätte mit mehr Konflikten gerechnet“, sagt der Inhaber des Strücklinger Hofes. Er selbst ist von der Notwendigkeit des Gesetzes überzeugt. „Ohne das Gesetz, nur mit einer freiwilligen Regelung, wäre der Schutz nicht durchsetzbar.“


Offenbar halten sich vor Ort auch die meisten Gastwirte an das Gesetz. „Ich hatte in den vergangenen Jahren kaum Beschwerden darüber, dass in Gaststätten im Saterland geraucht wird“, sagt Otto Immer, Leiter des Ordnungsamtes der Gemeinde Saterland. In diesem Jahr habe sich nur ein Kunde eines Imbisses darüber beschwert, dass die Inhaberin während des Verzehrs von Speisen in der Ecke geraucht hat.