BARßEL - Die Sänger treten nur noch selten im großen Rahmen auf. Im kommenden Jahr soll auf dem Hafenfest in Barßel das 30-jährige Bestehen gefeiert werden.
Von Hans Passmann
BARßEL - Als es vor vier Jahren auf der Kommandobrücke des Shanty-Chores Barßel Unruhen gab und unter der Mannschaft eine „Meuterei“ ausbrach, nahm Heiner Siemer als erster Vorsitzender das Ruder fest in die Hand. Dabei steuerte er das Vereinsschiff nicht nur in ruhiges Fahrwasser und durch die Erfolgswogen, sondern auch durch so manche stürmische und raue See, wobei sich die Mannschaft immer wieder sturmerprobt erwies.Doch nun legte der Kapitän auf der Jahreshauptversammlung im Vereinsheim sein Amt nieder. „Ich habe dem Chor vier Jahre gedient. Nun sind andere Vereinsmitglieder an der Reihe, Verantwortung an der Spitze zu übernehmen“, begründete Siemer seinen Rückzug. Er denke gern an die gemeinsamen Erlebnisse an Deck zurück, wenngleich nicht immer Sonnenschein herrschte. Seinen Kritikern schrieb er zum Abschied ins Stammbuch, nicht immer nur über die Arbeit zu meckern, sondern zum Wohle des Chores zu arbeiten und zu singen. Das unterstrich auch der neue Vorsitzende der Barßeler Seebären, Günter Lüpkes, der mit überwältigender Mehrheit von den Chormitgliedern zum neuen Kapitän auf der MS „Shanty“ gewählt wurde.
Die Kommandobrücke ist für den 63-jährigen Lüpkes kein unbekanntes Terrain. Beruflich steht er als Kapitän auf seinem eigenen Schiff fast täglich auf den Schiffsplanken und weiß seinen Dampfer stets durch die Gewässer zu steuern. Sturmerprobt als Vorsitzender ist der Elisabethfehner Sangesbruder zudem. Jahrelang führte er den Fluss- und Kanalschifferverein Elisabethfehn durch die Vereinsgeschicke. Da dürfte auch das Vereinsschiff MS „Shanty“ wohl nicht in Untiefen geraten.
Mit Heinz Krone verließ auch der stellvertretende Vorsitzende die Vorstandsetage. Zum neuen zweiten Mann wurde Rolf Dieter Battram gewählt. Zahlmeister blieb Konrad Schulte, ebenso wird Egon Schillemat weiter das Logbuch führen. Die flotten Töne bringt weiter Dirigentin Margret Dirksen den rauen Schiffsgesellen bei. „Uns bereitet der Nachwuchs einige Probleme“, zog der scheidende Vorsitzende Siemer zuvor eine Bilanz des vergangenen Jahres. Junge Leute wollen kaum dem seemännischen Gesang frönen. Als nicht befriedigend bezeichnete er die Beteiligung der Chormitglieder an den öffentlichen Auftritten. „Wir haben unsere Gesangsauftritte vom gut besuchten Shantyball in das Pflegeheim verlagert“, brachte der scheidende Vorsitzende den Rückgang der Auftritte auf den Punkt.
Schriftführer Egon Schillemat berichtete über insgesamt 23 Auftritte und Anlässe. Größere Auftritte seien wegen beruflich fehlender Musiker kaum noch machbar. Zum Chor gehören 29 Seebären und zwei „Seute Deerns“. „Ich möchte dem Chor nicht nur die flotten Töne beibringen, sondern erreichen, dass man Spaß und Freude am Singen hat“, so Dirigentin Dirksen. Im kommenden Jahr blickt der Chor auf ein 30-jähriges Bestehen zurück. Das Jubiläum soll beim Hafenfest mit verschiedenen Chören und einer Seemannsmesse gewürdigt werden.
