BARßEL - Im Wachkoma zwischen Leben und Tod – über die wichtige Bedeutung einer Patientenverfügung in einem solchen Fall ging es jetzt in einem Vortrag der Seniorengemeinschaft Barßel.
Der Saal im Hotel Niehaus war gut gefüllt. Die Vorsitzende der Seniorengemeinschaft Elisabeth Doßmann konnte als Referenten ihren Sohn Dr. Hermann Doßmann begrüßen, der als Leitender Oberarzt und Intensivmedizinier einer internistischen Abteilung im Hamburger Raum aus seiner zwanzigjährigen klinischen Erfahrung berichtete.
Er stellte mehrere Patientengeschichten vor, in denen die Betroffenen durch Unfälle, schwere Krankheiten und Demenzprozesse als Wachkoma-Patienten oft lange im „Grenzgebiet“ zwischen Leben und Tod schwebten.
Doßmann betonte eindrucksvoll, wie wichtig es für die ärztlichen Entscheidungen sei, wenn die Patienten ihren Willen für den Fall festgelegt hätten, wenn sie ohne Aussicht auf Besserung ihre Fähigkeiten zur Kommunikation mit der Umwelt verloren hätten.
Das gelte nicht nur für das Endstadium von Krebserkrankungen, sondern auch für jüngere Menschen nach Unfällen, Wiederbelebung sowie heute vor allem für die zunehmenden schweren Fälle mit Demenz. Als Intensivmediziner könne man auch bei schwersten Hirnschäden die Lebensfunktionen sehr lange aufrechterhalten, berichtete Doßmann. Die Entscheidung, wie lange und wie weit man gehen soll, kann der Patient in so einer Verfügung selbst treffen. Auch würden die meisten Kliniken heute Patientenverfügungen respektieren, selbst wenn die juristische Verbindlichkeit dieser Verfügungen noch Gegenstand der politischen Diskussion sei.
Wichtig ist, dass auch jüngere Menschen, die sich mit schweren Erkrankungen noch nicht auseinander setzen ihren Willen für derartige Schicksalsschläge bekunden, da so ein Koma schwerstes Leid für alle Angehörigen und Betreuer bedeuten kann.
Die gute Nachricht des Vortrages war, dass man keinen Notar aufsuchen muss, weil auch selbstformulierte Patientenverfügungen rechtlich wirksam sind. Man könne sich zum Beispiel Formulierungshilfen und Formulare aus dem Internet besorgen und nach eigenen Wünschen, Glaubens- und Wertvorstellungen umgestalten und verändern, erklärte Doßmann.
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