BARßEL - Australien und Barßel trennen nicht nur Kontinente, sondern buchstäblich auch Welten. In Kilometern ausgedrückt sind es rund 14 500. Zu Hause am anderen Ende der Welt in Down Under lebt seit fast 50 Jahren Schwester Matthia vom Steyler-Missionsorden, die als Mädchen Hedwig Kolbeck im Ortsteil Lohe geboren wurde.

Nach 22 Flugstunden über Singapur und Frankfurt kehrte Schwester Matthia nach vielen Jahren erstmals vor einigen Tagen wieder in ihren Geburtsort zurück. Nicht ganz ohne Grund: Ende des Jahres blickte die 74-Jährige auf ein 50-jähriges Ordensjubiläum im Provinzhaus in Brisbane zurück. „Da wurde es Zeit, einmal wieder nach Lohe zu kommen, um mit meinen Geschwistern und den Nachbarn das Jubiläum im kleinen Kreis zu feiern“, sagte Schwester Matthia. Auch die Nachbarn hießen die Weitgereiste willkommen: Anlässlich ihrer Rückkehr schmückten sie den Eingangsbereich des Elternhauses der Jubilarin mit einem Kranz.

„Bis Ende August werde ich in Lohe Urlaub machen und dabei einige Städte besuchen“, kündigte Schwester Matthia an. Darunter auch das Mutterhaus ihres Ordens in Holland. Danach geht es wieder zurück auf den anderen Kontinent. Auch wenn sie deutsche Wurzeln hat, fühlt sich Schwester Matthia eigenen Angabe nach in Australien wie zu Hause. Dass sie aber dort gelandet ist, sei reiner Zufall gewesen. „Eigentlich waren Afrika und Indien meine Wunschländer für eine Missionsarbeit.“

Losgekommen ist sie nie von ihrer neuen Heimat: Über 22 Jahre hat sie in einem privaten Krankenhaus in Brisbane in der Hauptstadt des Bundesstaates Queensland im Nordosten Australiens gearbeitet. Eine weitere Station ihres Wirkens war Sydney. Bei den Barmherzigen Schwestern versah Schwester Matthia ihren pastoralen Dienst. Auch in der zweitgrößten Stadt Melbourne wirkte die gebürtige Loherin. Über ihren Lebensabend sagt Schwester Matthia: „Den möchte ich in einem Altenheim mit betreutem Wohnen in Cairns, einer Stadt im Norden, verbringen.“