Barßel - „Viele Leute wissen nicht, wie es in einem modernen Stall aussieht“, sagt Michael Wübbelmann aus Barßel. „Dabei brauchen wir uns nicht verstecken, denn wir haben ja nichts zu verbergen“, ergänzt Eugen Hagen aus Lohe. Die beiden jungen Landwirte sind Mitglieder im Vorstand des Barßeler Landvolkes und gehören zu einer Generation, die für Transparenz in der Landwirtschaft steht. „Wir wollen Vorurteile abbauen und um Verständnis in der Bevölkerung werben“, sagt Wübbelmann.

Um mehr Durchblick und Einblick in die Landwirtschaft zu gewähren, diente daher die kürzlich stattgefundene „Drei-Höfe-Tour“, die das Landvolk Barßel für die Mitglieder des Barßeler Gemeinderates organisiert hatte. 20 Ratsmitglieder aller Parteien nahmen an der Radtour teil.

Erste Station war der Hof von Hans Baumann in Carolinenhof. Hier wurde den Politikern die Milchviehhaltung vorgestellt. 150 Milchkühe sind in dem neuen Stall untergebracht. Zudem züchtet der Landwirt selber nach. Daher gehören auch Kälber und eine Rindermast zum Betrieb.

Mit dem Rad ging es dann weiter nach Lohe, wo die Besichtigung des Hähnchenmaststalls der Familie Hagen auf dem Programm stand. Bevor es in den Stall, der Platz für 24 000 Tiere bietet, ging, mussten sich die Ratsmitglieder aus Hygienegründen mit Overalls einkleiden. Dann schilderten Marlene und Eugen Hagen den Werdegangs eines Broilers vom Küken bis zum schlachtreifen Tier. Dann schilderte Heiner Hagen am Beispiel des eigenen Schweinstalls noch die Funktion eines Abluftwäschers, also eines Filters, zur Immissionsminderung.

Die dritte Station der Höfe-Tour war der Betrieb von Michael Wübbelmann in Elisabethfehn. Dort werden Ferkel bis zu einem Gewicht von 25 Kilogramm aufgezogen – rund 4000 Tiere pro Jahr. Von der Besamung der Sau bis zum Verkauf des Ferkels wurden die einzelnen Abschnitte erläutert.


Die Tour mit den Ratsmitgliedern klang dann beim Grillen gemütlich aus.