Barßelermoor - Der 87-jährige Gerd Sandstede aus der Ankerstraße in Barßelermoor kann es eigentlich selbst gar nicht glauben. Eine bis dato noch nie dagewesene Menge an Weintrauben rankt sich auf der Außenterrasse in seinem Garten. „Dass hier Jahr für Jahr viele Weintrauben ranken, ist nicht ungewöhnlich. Aber in diesem Jahr bricht es alle Rekorde. Das liegt am jetzigen Wetter“, sagt Sandstede.

Ende September stehe die Ernte an. Als Winzer wolle er sich nicht bezeichnen, meint der Rentner aus Barßelermoor. Dafür fehle ihm die nötige Ausstattung. „Er ist ein Hobbygärtner“, fügt seine Frau Elfriede hinzu. Das Interesse für Wein teilen beide. Reife Trauben seien am Wohlgeschmack, der Beerenfarbe und am holzigen Traubenstiel zu erkennen.

Familie Sandstede hat sozusagen ihren eigenen Weinstock, direkt auf dem Hof ihres Anwesens. „So einen Weinstock hat nicht jeder in seinem Garten“, bemerkt der Ehrenvorsitzende des Shanty-Chors Barßel. Um Wein zu bekommen, braucht die Familie somit nicht gleich in die Hochburgen des Weinanbaus zu reisen. Gleichwohl habe er mit seiner Frau und mit Bekannten vielfach Urlaub in den Weingegenden genossen.

Beim Anblick seines privaten Weinstockes kommen die Besucher ins Staunen. Auf 65 Quadratmetern rankt unter einer Bedachung Traube an Traube. „Man kann sie gar nicht alle zählen“, sagt Sandstede. Weit über Tausend mögen es wohl sein. Sie lassen auf eine gute Weinlese hoffen.

Doch ist es nicht die zu erwartende „Ernte“, die Gerd Sandstede strahlen lässt. Der Weinstock verziere den gesamten Garten, und zudem spende der gewaltige Wuchs bei Sonne den nötigen Schatten. „Das A und O der Rebenerziehung ist ein lockerer, luftiger Stockaufbau. Mittlerweile ist alles mehr oder weniger ein Klettergerüst“, sagt Sandstede.


Vor mehr als 20 Jahren hat der Rentner seinen Stamm bei einer „Weinreise“ des Shanty-Chores von einem Weinlokal an der Mosel mit an die Soeste gebracht und in seinem Garten eingepflanzt. Von Jahr zu Jahr ist er gewachsen. Den guten Wuchs führt der heutige Ehrenvorsitzende des Shanty-Chores auf die Säure des Moorbodens und die Düngung durch „Blaukorn“ zurück. In diesem Jahr zudem auf das prächtige Sommerwetter.

Zusammen mit seinem Freund Peter Köpf wird sich Gerd Sandstede an die Traubenernte machen. „Da werden einige Liter zusammenkommen“, sagt Köpf und schaut durch das Refractometer. Der Zuckergehalt sei noch nicht hoch genug, stellt er fest. Passend zur Moorlandschaft hat Sandstede seinem Wein den Namen „Moor-Rebe Gold“ gegeben. „Den Lohn der Arbeit gibt es später. Dann wird das Eigenprodukt gekostet.