Wildeshausen - Mit so einer Nachfrage hatte die Wildeshauser Stadtverwaltung nicht gerechnet. Das neue Baugebiet „Vor Bargloy“ im Westen der Stadt ist bis auf zwei Bauplätze ausverkauft. Dabei war der Verkauf der 76 Grundstücke erst Anfang November 2014 gestartet. „Das niedrige Zinsniveau tut natürlich ein Übriges, aber die Kreisstadt scheint für viele Menschen als Wohnort einfach attraktiv zu sein“, freut sich Stadtsprecher Hans Ufferfilge im Gespräch mit der NWZ .
Gut verstehen können das Britta Reussing und Mike Bühler. Das junge Paar, über dessen Eigenheimbau vor Bargloy die NWZ in Tagebuchform berichtete, fühlt sich im zu Ostern bezogenen Haus nach eigenen Angaben „richtig wohl“.
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„Wir haben sehr viel Glück mit unseren Nachbarn und genießen das ruhige Wohnen, das sicherlich noch ruhiger wird, wenn die restlichen Bauarbeiten abgeschlossen sind“, schwärmt Reussing. Auch die Entfernung zum Stadtkern empfindet sie als „absolut in Ordnung“. „Als wir noch in Berlin gewohnt haben, hatte ich gut eine Stunde Fahrtweg zur Arbeit, hier bin ich mit dem Auto in wenigen Minuten da“, sagt die junge Frau, die die örtliche Bücherei leitet.
Noch fünf Restplätze hält die Stadt im benachbarten Baugebiet „Beim grauen Immenthun“ vor. Hier war der Start ab 1999 allerdings wesentlich schwieriger. Nachdem die Stadt zum Teil den Weg der Enteignung gehen musste, um an die Grundstücke der Landwirte zu gelangen, gab es viel Kritik an der sogenannten „Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme“ (STEM).
„Die STEM war damals die einzig richtige Entscheidung“, sagt Helmut Rang. Der örtliche Bauunternehmer freut sich nicht nur aus geschäftlichen Gründen über den Bauboom. „Als ehemaliger Ratsherr finde ich es toll, dass unsere mutige Entscheidung von damals heute belohnt wird“, resümiert er im Gespräch mit der NWZ .
„Es ist richtig und wichtig, dass die Stadt Grundstücke in allen Kategorien vorhält und selbst verkauft“, betont Rang. An diesem Prinzip müsse man festhalten, damit Wildeshausen zukunftsfähig bleibe und weiter von seiner guten Lage im Umkreis von Oldenburg und Bremen profitiere.
Für Politik und Verwaltung bedeutet das, dass die Verständigungsgespräche mit dem benachbarten Landwirt Alfred Gier in Bargloy fortgesetzt werden müssen, um so an die einzigen noch möglichen Erweiterungsflächen für die Kreisstadt zu kommen.
