Bergedorf/Hollen - Bis zur Tischkante reichte das Frühstücksangebot der Familie Schütte am Sonntag. Die Aktion „Frühstück sucht Gast“ des Kreislandvolkverbandes brachte dem landwirtschaftlichen Mischbetrieb in Hollen rund 20 neugierige Gäste, die es gegen einen Obolus zu bewirten und zu unterhalten galt. Die Aktion fand erstmalig im Kreis Oldenburg statt. 14 Betriebe öffnete ihre Türen.
„Ich glaube, dass es in der Öffentlichkeit ein falsches Bild von der Landwirtschaft gibt. Das möchte ich mit diesem Frühstück ausräumen“, beschrieb Landwirt Cord Schütte seine Motivation. Die ganze Familie des 49-Jährigen sei für die Bewirtung eingespannt – alle drei Generationen. Unterstützt gab es zudem von Molkereien und Fleischereien.
Freundliche Atmosphäre
Während sich die jüngeren Generationen um die Kaffee- und Frühstücksproduktion kümmerten, unterhielt Senior Heinz-Dieter Schütte seine Gäste. „Die Strecke zwischen Bookholzberg und Grüppenbühren nannte man früher Bauernreihe, weil ein Hof neben dem anderen stand“, erklärte er den interessierten Gästen. Davon gebe es heute nicht mehr viele, denn Bauernhöfe stünden unter hohem wirtschaftlichen Druck. Landwirt Cord Schütte sagte seinen Gästen, dass Gemischtbetriebe wie seine – also Höfe, die viele landwirtschaftliche Bereiche abdecken – heute selten seien. „Die meisten Höfe spezialisieren sich“, erläuterte Schütte seinen Gästen.
Im Wohnzimmer der Familie herrschte eine freundliche Atmosphäre, die mit Namensschildern ausgestatteten Gäste kamen schnell ins Gespräch. „Das Büfett ist toll, es ist auch ein großer, sehr freundlicher Schritt, die Gäste direkt ins Wohnzimmer zu lassen“, lobte Insa Otten aus Schierbrok die Mühe der Familie Schütte. Das vielfältige Büfett stand aus Platzgründen in der guten Stube.
Zeitgleich wurde auch an der Tafel von Jürgen und Susanne Struthoff in Bergedorf gefrühstückt, die ihrerseits 20 Gäste zu Besuch hatten. Diese staunten nicht schlecht, als sie mit Plastik-Überschuhen ausgestattet über den Hof geführt wurden. Bei der Vorführung einer Melkmaschine wurde Liter für Liter abgepumpt. „Wir produzieren hier rund eine Million Liter Milch pro Jahr“, erzählte der 50-Jährige seinen Gästen. Ein günstigerer Milchpreis von nur einem Cent treffe die Milchproduzenten hart: „Das macht 10 000 Euro aus.“
Großes Lob am Ende
Die Kinder erfreuten sich sehr an einer kurzen Schmuserunde mit einem Kalb. „Das ist heute eine Überraschung für meinen Sohn“, sagte Martina Kaper aus Hude. Sie wolle ihrem Sohn Ole einen Einblick verschaffen. Für die Aktion „Frühstück sucht Gast“ und ihre Bergedorfer Gastgeber hatte die Huderin nur Lob übrig: „Ganz toll! Das Frühstück war wahnsinnig gut und die Struthoffs sind sehr nett und kinderlieb.“
