Neuenkruge - Mit rund 200 Traktoren haben am späten Sonntagabend Landwirte aus dem Nordwesten über mehrere Stunden hinweg das Edeka-Zentrallager in Neuenkruge blockiert. Auf der Haarenstrother Straße/Tannenkampstraße (L815), die nach Bad Zwischenahn führt, kam es zu erheblichen Verkehrsbehinderungen, da die Landwirte mit dem schweren Gerät vor dem Lager im Schritttempo auf- und abfuhren. Die Polizei Bad Zwischenahn war mit drei Streifenwagen vor Ort und versuchte zwischenzeitlich ankommenden Lastwagen die Einfahrt zu ermöglichen. Durch die Blockade kam es im weiteren Verlauf der Aktion zu einem Rückstau der Lastwagen auf der Autobahnausfahrt. Die Bauern sowie Lohnunternehmer kamen aus den Kreisen Friesland, Ammerland, Oldenburg, Wesermarsch und darüber hinaus. Sie protestierten gegen den Preisverfall bei Milch und anderen Agrar-Produkten.
Anscheinend wurde die Demonstration geheim als eine Art Flashmob organisiert. Einen offiziellen Veranstalter gibt es nicht. Arno Oeltjen, einer der Teilnehmer aus Westerloy (Landkreis Ammerland) beklagte, dass Milchviehalter zu den derzeit gezahlten Preisen nicht rentabel wirtschaften könnten. Deshalb wolle man auf diese Art friedlich gegen das Preisdumping des Lebensmitteleinzelhandels protestieren. Auch Heiko Siemen (Borbeckerfeld) beteiligte sich: „Bei den derzeit gezahlten Preisen gehen viele Betriebe zugrunde. Dadurch sind zahlreiche Arbeitsplätze in der Landwirtschaft sowie in vor- und nachgelagerten Bereichen bedroht. Dabei produzieren die Landwirte hochwertige Produkte. Darauf wollen wir aufmerksam machen.“
Nach Angaben aus Teilnehmerkreisen hatten sich 158 Landwirte mit ihren Treckern am Abend in Borbeckerfeld getroffen. Auf zwei Routen steuerten sie anschließend das Zentrallager an. Unterwegs schlossen sich weitere Landwirte an, so dass rund 200 Trecker in Neuenkruge ankamen. Am Straßenrand wurde die Aktion von weiteren Landwirten und der Landjugend begleitet.
Edeka hat schnell reagiert und zwei Lastwagen vor die Einfahrt gestellt, damit die Bauern nicht aufs Betriebsgelände konnten. Nach Auskunft eines Unternehmenssprechers waren zunächst nur leere Lastwagen auf dem Weg in das Zentrallager betroffen. Wann und wie viele volle Lastwagen dieses in der Nacht verlassen wollten, sagte er nicht.

