Wardenburg - Öffentliche Diskussionen über ihre Arbeit sind Landwirte gewohnt. Die Branche hatte in der Vergangenheit unter mehreren Skandalen wie der nicht artgerechten Tierhaltung zu leiden. Es wird nach einem Weg gesucht, das Image zu verbessern.
Region vorbildlich
Der Kreislandvolkverband hatte daher am Freitag Landwirte aus der Region und Kommunalpolitiker zur Vertreterversammlung in den Wardenburger Hof eingeladen. Carl-Albrecht Bartmer, Präsident der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) Frankfurt, referierte zum Thema „Die Zukunft unserer Landwirtschaft unter sich ändernden Rahmenbedingungen“. „Oldenburg ist ein beispielhafter Standort für gute Landwirtschaft“, sagte Bartmer. Die Paarung aus Fleiß und kaufmännischem Geschick sei ausschlaggebend für wirtschaftlichen Erfolg in der Region, erklärte er. Das würde auch die niedrige Arbeitslosenquote im Landkreis Oldenburg bestätigen.
Dennoch mahnte Bartmer, die Rahmenbedingungen nicht außer Acht zu lassen: „Auch der Rest der Welt ist von unseren Entscheidungen betroffen. Es wäre naiv zu denken, alles was außerhalb ist, geht uns nichts an.“ So sei es wichtig, weiterhin in fortschrittliche Technik zu investieren und die Produktivität zu erhöhen. „In den nächsten 30 bis 40 Jahren muss die Lebensmittelproduktion um bis zu 100 Prozent gesteigert werden“, sagte Bartmer.
Schon jetzt seien etwa eine Milliarde Menschen von Hungersnot betroffen und knapp zwei Milliarden Menschen unterversorgt. Neben der Produktionsschiene sprach Bartmer auch die gesellschaftliche Akzeptanz als Problem an. Hier sieht der Landwirt auch Nachholbedarf bei der Informationspolitik: „Wir können nicht alle Kritiker von unserem Standpunkt überzeugen aber wir sollten ihre Gedanken zumindest nachvollziehen.“
Die moderne Entwicklung der Landwirtschaft widerspreche dem öffentlichen Bild vom landwirtschaftlichen Idyll der vergangenen Jahrzehnte. Daher sei es wichtig, „den Kontakt zum eigenen Umfeld nicht zu verlieren“, sagte Bartmer. „Wir dürfen nicht unter uns bleiben. Denn wenn wir den persönlichen Meinungs- und Erfahrungsaustausch außer Acht lassen, verlieren wir das Vertrauen.“
Jugend rückt nach
Um Nachwuchs müssen sich Landwirte hingegen nicht sorgen: „Kinder von unseren Höfen, aber gerade auch junge Menschen von außerhalb der Landwirtschaft streben die Ausbildung in Grünen Berufen an. Sie sehen darin die Chance für den beruflichen Werdegang“, sagte Geschäftsführer Bernhard Wolff.
