Wittenberge - Zwar schienen die Bauern erleichtert, weil diesen Mittwoch in der Presse angekündigt worden war, dass der niedersächsische Agrarminister Christian Meyer (Grüne) die Moorpläne im neuen Landesraumordnungsprogramm (LROP) nicht wie geplant durchsetzen wolle. Doch ob es tatsächlich einen neuen Entwurf mit neuen Inhalten geben wird, mochten viele Landwirte aus Edewecht noch nicht so richtig zu glauben. Ihre Vorbehalte äußerten die Bauern bei einem Gesprächsabend, zu dem die Landwirte Dieter Krause und Dirk Gnieser auf den Wurnbarg nach Wittenberge eingeladen hatten.

Rund dreißig Gäste kamen, um ihrem Ärger über das LROP Luft zu machen. Viele Landwirte befürchten, dass die Pläne zum Moorschutz im LROP ihre landwirtschaftlichen Flächen reduzieren und Bauern sogar in Existenznöte geraten würden. Das werde man nicht hinnehmen.

Dr. Thomas Jürgens, Dezernent für Bauen, Umwelt und Ordnung beim Landkreis Ammerland, sagte, dass es „keineswegs Ziel des Entwurfes war, die Landwirtschaft in Bedrängnis zu bringen.“ Torferhaltung und Moorgewinnung sollten durch Vernässung gewonnen werden, aber nicht gegen den Willen der Besitzer der Grundstücke.

Anfang 2015 soll ein neuer Entwurf präsentiert werden, was auch ein neues Verfahren nach sich zöge. „Wir fangen wieder bei Null an“, so Dr. Jürgens. Den Ammerländer CDU-Landtagsabgeordneten Jens Nacke machten Äußerungen stutzig, dass im neuen Entwurf nachgebessert werden solle. „Wir brauchen kein Landesraumordnungsprogramm zum Erhalt der Moore“, sagte er. Das bestehende staatliche Moorschutzprogramm würde dafür ausreichen. Erst wenn das Landwirtschaftsministerium tatsächlich erkläre, dass ein neuer Entwurf erarbeitet werde, könne er sich vorstellen, diesen Prozess zu unterstützen, so Nacke.

Auch die Ammerländer SPD-Landtagsabgeordnete Sigrid Rakow begrüßte die Rücknahme des ersten Entwurfs. Die Edewechterin kritisierte die zum Teil missverständlichen Formulierungen im Entwurf zum neuen Landesraumordnungsprogramm.


Auch Rakow verwies wie Dr. Jürgens darauf, dass sich das Programm nicht gegen Landwirte richtete. „Wir müssen beim neuen Entwurf Anfang des nächsten Jahres genauer hinschauen, damit missverständliche Formulierungen vermieden werden“, erklärte sie. Die Kritik eines Teilnehmers, dass Minister Meyer „kein Befürworter der konventionellen Landwirtschaft“ sei, wolle sie dem Minister mitteilen.