Kayhauserfeld - Bäume als Schattenspender, Grünflächen, in denen Regenwasser versickern kann und kühlere Straßenzüge: Die Bepflanzung von Städten und Siedlungen wird angesichts des Klimawandels eine immer wichtigere Rolle einnehmen. Das betonten am Donnerstag Vertreter des Landesverbandes Weser-Ems im Bund deutscher Baumschulen (BdB) bei ihrer Mitgliederversammlung in Kayhauserfeld (Ammerland).
Um dieser Aufgabe nachzukommen, benötigten die Betriebe aber mehr Planungssicherheit und die richtigen Rahmenbedingungen. Gleichzeitig forderte der Branchenverband dazu auf, bei Pflanzenschutzmitteln und Glyphosat zu sachlicheren Debatten zurückzukehren. „Die Politik und die Gesellschaft lieben unser Produkt, aber nicht die Produzenten“, sagte Hauptgeschäftsführer Markus Guhl.
Tragen die Anliegen der Baumschulen ins politische Berlin: Hauptgeschäftsführer Markus Guhl (links) und BdB-Präsident Hajo Hinrichs (aus Edewecht).
Was die Branche in diesem Jahr beschäftigt hat und wie sie auf das kommende schaut:
Rückblick
Die Baumschulen im Weser-Ems-Gebiet blicken insgesamt zufrieden auf 2023 zurück, wie Ocko Martens für den Vorstand des Landesverbands resümierte. Trotz des nasskalten Frühjahrs sei das Geschäftsjahr positiv verlaufen. Als gut bewertete Martens auch die Exportgeschäfte, besonders nach Skandinavien. Allerdings bleibe der fehlende Absatz nach Russland und in die Ukraine schwer zu kompensieren.
Ausblick
Die gegenwärtigen Wintermessen in den Baumschulen seien gut besucht, sagte Martens. Besondere Einzelstücke wie etwa Bonsaiformen seien teilweise sogar schon ausverkauft. Auch der Garten- und Landschaftsbau blickt dem Vorstand zufolge optimistisch aufs kommende Frühjahr. Das liegt nicht nur an einer guten Auftragslage, sondern auch daran, dass einige Baustellen witterungsbedingt ins nächste Jahr verschoben wurden. Allerdings bleibe abzuwarten, wie sich die gegenwärtige Flaute im Bausektor noch auswirken werde.
Herausforderungen
„Die Verfügbarkeit von Wasser wird sicherlich eine der größten Herausforderungen der Zukunft sein“, sagte der Präsident des Bundesverbandes, Hajo Hinrichs. Wie der Ammerländer ausführte, hätten viele Betriebe bereits reagiert, wobei die Tröpfchenbewässerung eine immer größere Rolle spiele.
Auch beim Torfersatz sei die Branche stark gefordert, sagte Mertens. Viele Baumschulen hätten den Einsatz bereits reduziert. In Versuchsbetrieben werde weiter an Alternativen geforscht. Das Bundeslandwirtschaftsministerium sieht bis 2030 einen weitgehenden Ersatz im gewerblichen Bereich vor. Bei allen erreichten Ergebnissen habe aber Priorität, dass die Pflanzenkulturen gut gedeihen, betonte das Mitglied des Landesvorstandes.
„Wir haben uns der Herausforderungen angenommen, für die Veränderungen benötigen wir aber Zeit“, sagte Mertens. Das gelte bei Glyphosat ebenso wie bei Pflanzenschutzmitteln, aber auch beim Torfersatz. Er mahnte bei diesen Themen eine Rückkehr zur Sachebene an.
