Bornhorst - Im August 2012 wurde nach einjähriger Bauzeit das neue Ohmsteder Siel, das der Entwässerung der Huntewiesen sowie des Ohmsteder Polders und damit dem Hochwasserschutz dient, fertiggestellt. Ab diesem Montag wird etwa 100 Meter nördlich davon, im Naturschutzgebiet Bornhorster Huntewiesen, wieder gebuddelt. Laut Mitteilung des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten und Naturschutz (NLWKN) muss hier ein Wehr gebaut werden, um den Wasserstand in den Wiesen noch besser regulieren zu können.

Insbesondere im Frühjahr soll die Anlage das Wasser in der Fläche zurückhalten, um sowohl den dort brütenden Wiesenvögeln als auch der Grünlandbewirtschaftung verbesserte Bedingungen zu bieten. 270 000 Euro kostet der Bau des Wehrs, berichtet NLWKN-Pressesprecher Achim Stolz. 60 Prozent davon würden mit EU-Fördermitteln aus dem Life-Projekt Wiesenvogelschutz finanziert. Den Rest zahle das Land Niedersachsen. Geplant wurde der Bau von der Moorriem-Ohm­steder Sielacht, dem NLWKN, der Stadt Oldenburg und dem II. Oldenburgischen Deichband.

Allein durch das Siel hätte die optimale Wasserregulierung in den Huntewiesen nicht erreicht werden können, sagt Achim Stolz. Alle Alternativen seien schon im Vorfeld des Siel-Neubaus von den Beteiligten überprüft worden. „Eine Feinsteuerung, die notwendig ist um den Wasserstand zu halten, hätte mit den technisch-hydraulischen Möglichkeiten des Siels nicht erreicht werden können“, informiert der Pressesprecher.

Eine Sperrung der Wege am Huntedeich, so wie es sie während der Bauphase am Siel gab, soll es laut Stolz für den Wehr-Bau nicht geben. „Es muss wegen der Baufahrzeuge aber mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen gerechnet werden.“ Der Abschluss der Arbeiten ist für Ende Oktober vorgesehen.

Wie berichtet, musste das alte Ohmsteder Siel erneuert werden, weil das Ursprungsgebäude (erbaut nach einer schweren Sturmflut im Jahr 1915) nicht mehr standsicher war. Die Kosten für das neue Siel samt Schöpfwerk in Höhe von rund 900 000 Euro hatten sich das Land (30 Prozent) und der Bund (70 Prozent) geteilt. Über das Ohmsteder Siel wird eine Fläche von insgesamt 625 Hektar entwässert.

Susanne Gloger
Susanne Gloger Redaktion Oldenburg