BECKELN - In Sachen schnelle Internetzugänge ist die Gemeinde Beckeln ein „weißer Fleck“, und das wird sie auch vorerst bleiben. Warum, darüber wurden die Bürger am Dienstag bei der Sitzung des Gemeinderats informiert. Bürgermeister Heinz Nienaber hatte dazu den Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises Oldenburg (WLO), Hans-Werner Aschoff, und den Leiter der EWE-Geschäftsregion Cuxhaven/Delmenhorst, Thomas Windgassen, in Asendorfs Bauerndiele eingeladen.
Im Verfahren herausgefallen
Ursprünglich sollte Beckeln Nienaber zufolge beim Breitbandausbau des Landkreises im Rahmen des Konjunkturpakets II mit von der Partie sein, sei aber später wieder herausgenommen worden. Aschoff erklärte, wie es dazu kam: Nach einer Umfrage 2008 in allen Haushalten seien die Daten ausgewertet worden, die Gemeinden hätten Prioritätenlisten erstellt. Rund 50 Gebiete seien als weiße Flecken gemeldet worden, das bedeute, hier liege die Anbindung ans Internet unter einer Bandbreite von zwei Megabit. Anschließend wurde in einem Interessenbeteiligungsverfahren dann ein Provider (Anbieter) gesucht, der bereit war, diese Gebiete zu erschließen.
Übers Konjunkturpaket II stand dafür maximal 1 Million Euro als Förderung bereit. Der Kreis steuerte 150 000 Euro bei (15 Prozent Kofinanzierung). Anbieter EWE TEL reichte ein Angebot ein, das indes auf unzureichendem Datenmaterial fußte. „Von der Telekom bekamen wir erst später Daten, die zeigten, dass weitaus mehr Haushalte zu versorgen sind.“ Für mehr reichte die Fördersumme aber nicht aus, und so seien die Gebiete mit den längsten Netzen und wenigsten Anschlüssen herausgefallen – so Beckeln, ebenso Klein Henstedt, Prinzhöfte, Schulenberg und Wunderburg.
Weiter „weiße Flecken“
Aschoff betonte, dass über die Fördersumme von einer Million Euro im Landkreis immerhin 13 000 Haushalte mit schnelleren Leitungen erschlossen würden: „Im Allgemeinen ein gutes Ergebnis.“ Dennoch werde es im Landkreis weiter weiße Flecken geben. Eine kurzfristige Ausweitung der Förderung durch den Kreis schloss Aschoff aus. Er und Windgassen schlugen vor, zu prüfen, ob die Gemeinde andere Förderprogramme anzapfen könne, um Beckeln mit DSL-Leitungen zu versorgen. Hilfreich sei dabei, wenn sich im Vorfeld 80 bis 85 Prozent der Haushalte verpflichteten, sich anschließen zu lassen. „Dann würde sich die Erschließung für einen Provider eher lohnen“, so Aschoff.
Ratsherr Günter Wöbse beklagte den Standortnachteil für örtliche Betriebe. Unternehmer Alfons Beckmann bekräftigte das: „Meine Mitarbeiter nehmen zum Teil schwierige Dateien mit nach Hause, um sie von dort zu mailen.“
