BECKELN - Unter freiem Himmel tagte am Dienstagabend der Beckelner Gemeinderat. Da der Wirt von „Asendorf’s Bauerndiele“ in Beckeln unerwartet ins Krankenhaus musste, wurden kurzerhand Gartentische und -stühle zusammengestellt und eine Freiluft-Sitzung abgehalten. „Ich glaube, das hat es in der Samtgemeinde bisher noch nicht gegeben“, kommentierte Bürgermeister Heinz Nienaber diese ungewöhnliche Situation, die angesichts des warmen Sommerwetters weder bei den Ratsmitgliedern noch bei den Zuschauern auf Widerstand stieß.
Ohnehin wurden die Themen relativ zügig abgehakt, zumal ein Punkt wieder von der Tagesordnung genommen wurde. Der Antrag des Schützenvereins Beckeln auf einen Zuschuss für den Umbau seiner Schützenhalle wurde für diesen Abend abgesetzt. „Hier müssen wir wegen der Dorferneuerung noch einige Dinge klären“, begründete Nienaber diesen Schritt.
Ein anderes Vorhaben wurde dagegen auf den Weg gebracht. Um dem größten Arbeitgeber der Gemeinde Beckeln, der Firmengruppe Beckmann, eine Erweiterung seines Betriebsgeländes an der Hauptstraße zu ermöglichen, fasste der Rat einstimmig den Aufstellungsbeschluss über den Bebauungsplan Nr. 8 „Gewerbegebiet Beckeln“. Planunterlagen lägen dem Rat noch nicht vor, informierte der Bürgermeister.
Auf Anfrage der NWZ verriet Firmenchef Alfons Beckmann am Mittwoch, dass vorgesehen sei, eine neue Mischanlage für die Düngemittelherstellung zu bauen; die alte sei zu klein geworden. „Wir sind aber noch in der Planungsphase“, so Alfons Beckmann. Es sei noch zu früh, über konkrete Schritte zu sprechen.
Zur Erweiterung des Betriebsgeländes ist die Firmengruppe Beckmann bereits in Verhandlungen mit dem privaten Landbesitzer getreten. Der zu beplanende Bereich hat eine Größe von 2,4 Hektar. Bauamtsleiter Jens Hüfner stellte klar, dass der Erweiterungsbereich im Flächennutzungsplan bereits als gewerbliche Nutzfläche dargestellt sei, somit eine Änderung des F-Planes für dieses Vorhaben nicht notwendig sei.
Die nächsten Schritte sind nun die frühzeitige Bürgerbeteiligung und die Beteiligung der Träger öffentlicher Belange. Später, so Hüfner, sei auch noch ein städtebaulicher Vertrag mit dem Antragsteller zu schließen. Die Planungskosten trägt allein die Firma Beckmann, die neben Dünger auch Futtermittel, Streumittel und Auftausalz herstellt.
