BECKELN - Alljährlich zahlen die Eon Avacon als Netzbetrieb für die Stromversorgung und die EWE als Betreiberin des Gasnetzes an die Mitgliedsgemeinden und die Samtgemeinde eine Abgabe dafür, dass sie die öffentlichen Wege und Straßen für ihr Leitungsnetz nutzen dürfen. Die darüber abgeschlossenen Konzessionsverträge laufen Ende 2012 aus, und Samtgemeinde sowie Mitgliedsgemeinden müssen sich entscheiden, ob sie die Verträge mit dem alten oder einem neuen Anbieter neu abschließen oder selbst das Netz mit einem Partner übernehmen wollen. Die Gemeinde Beckeln hat sich auf ihrer jüngsten Ratssitzung dazu entschlossen, einen neuen Konzessionsvertrag abzuschließen.
Auf Anzeige reagiert
In einem Inserat im Bundesanzeiger waren interessierte Netzbetreiber-Gesellschaften aufgerufen worden, Angebote einzureichen. Darauf hätten mehrere Bewerber reagiert, berichtete Andreas Gralheer von der Samtgemeindeverwaltung. Die Samtgemeinde schlage vor, in Verhandlungen mit den verschiedenen Anbietern zu gehen. Dieser Empfehlung folgte der Rat einstimmig bei einer Enthaltung von Cord Remke.
Ratsherr und Energieexperte Cord Remke hatte zuvor deutlich gemacht, dass Beckeln wohl keinen geeigneten Partner für eine gemeinsame Netzübernahme finden werde, da die Gemeinde dünn, also mit relativ wenig Kunden, besiedelt sei und somit auch die Leitungswege sehr lang seien. Er begrüßte es, dass sich mehrere Bewerber gemeldet hätten: „Das stärkt immer die Verhandlungsposition.“ Jedoch werde sich die Höhe der Konzessionsabgaben (zuletzt 32500 Euro für Beckeln) nicht ändern, da diese festgelegt sei.
„Sonderklauseln einbauen“
Bei den neuen Verträgen käme es vor allem auf die Rahmenbedingungen an, wie zum Beispiel die Bereitschaft Energiekonzepte zu erstellen oder Beratungen in diesem Bereich anzubieten. Falls man sich beim Strom für einen Vertragsabschluss mit der Eon Avacon entschließe, empfahl Remke, Sonderklauseln einzubauen für den Fall, dass der Mutterkonzern Eon seine Regionalversorger wie die Eon Avacon vor Ende der Konzessionsverträge abstoße. Denn nach eigenem Bekunden des Konzerns wolle man sich verstärkt auf den wachsenden Energiemarkt in Asien konzentrieren, berichtete Remke. Aus diesem Grund habe die Eon offenbar auch schon ihr Höchstspannungsnetz verkauft.
Gralheer schätzt, dass es nach Ende der Sommerpause 2012 zum Abschluss neuer Verträge kommen wird. Er geht davon aus, dass alle Mitgliedsgemeinden sich auf dieselben Netzbetreiber einigen, um das Verfahren nicht zu verkomplizieren. Die Samtgemeinde werde sich dann den Gemeinden anschließen.
