BECKELN - „Zuerst wurde uns der Mund wässrig gemacht, dass Beckeln dabei ist, dann wurden wir ohne weitere Rückfragen vom schnellen Internet ausgeschlossen“, kritisierte der Beckelner Bürgermeister Heinz Nienaber die Abwicklung des Konjunkturpaketes II im Landkreis Oldenburg beim Treffen bei der Firma Beckmann in Beckeln. Die Fördersumme reichte nicht für die Gebiete mit den längsten Netzen und den wenigsten Anschlüssen.

Dies trifft vor allem den Betrieb Beckmann mit 30 Angestellten. Mitarbeiter Kay Wierich berichtete: „Bei der Übertragungsrate hier braucht man dreieinhalb mal so lange. Gleichzeitig haben unsere 15 Computer in dieser Zeit keinen Internetzugriff.“

Nach Einschätzung des SPD-Gemeinderatsmitglieds Heinz-Jürgen Greszik sei es zwar naheliegend, dass Firmen in dichten Gebieten bei Ausschreibungen den Vorzug geben. In Beckeln sei die Situation allerdings besonders prekär, da ohne Breitbandversorgung ein hoffnungsvolles Unternehmen und die Bürger vergessen werden würden. Er riet dazu, den Kontakt zur Wirtschaftsförderung des Landkreises Oldenburg (WLO) herzustellen. Geschäftsführer Alfons Beckmann führte eine Umfrage des Landkreises in Zusammenarbeit mit der WLO an. Dabei befürwortete der Großteil der Beckelner Bürger schnelle Internetzugänge. Beckmann war sich sicher: Bei verbindlichen Zusagen der Bürger könnten die Verhandlungen mit DSL–Anbietern noch besser laufen.

Verschiedene technische Methoden wie zum Beispiel eine Standleitung am Betriebsgebäude wurden in Erwägung gezogen. Der stellvertretende Bürgermeister von Beckeln, Heiner Thöle, berichtete von seinen Erfahrungswerten bei DSL-Empfang über Satellit.

Einstimmig wurde festgehalten, mehrere Alternativen in Betracht zu ziehen und auszuloten, wie geeignet diese seien. Die Gemeinderatsmitglieder Greszik (SPD) und Hartmut Post (CDU) versprachen, dieses Thema bei der WLO vorzutragen.