Colnrade - Nach der Renaturierung des Holtorfer Bachs vor wenigen Jahren steht der mehr als 200 Mitglieder starke Fischereiverein Colnrade vor der nächsten großen Herausforderung. Der Beckstedter Bach soll vor der Einmündung in die Hunte auf einer Länge von knapp 800 Metern revitalisiert werden. Mit voraussichtlich 47 800 Euro wird das Vorhaben zu Buche schlagen, mit allein 28 700 Euro ist die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung beteiligt. „Möglichst im Juli“ solle die erste Erde bewegt und bis Oktober das gesamte Projekt fertiggestellt werden, hofft Vorsitzender Dieter Reineke.
Die Revitalisierung des Beckstedter Bachs war bereits vom zwischenzeitlich verstorbenen Vorsitzenden Dieter Klirsch angeschoben worden. Reineke: „Wir haben ihm versprochen, dass wir das Projekt weiterführen, dieses Versprechen lösen wir jetzt ein.“
Der Beckstedter Bach, der zurzeit streckenweise kerzengerade verläuft, soll aus seinem jetzigen in ein sich schlängelndes Bett verlegt werden und mit Totholz, Kies und anderen Elementen Strukturen erhalten. Unter anderem ist ein Sandfang vorgesehen, an dem sich zum Beispiel Schlick ablagern kann. Bislang mündet der Beckstedter Bach in die Glockskuhle, einen etwa 160 Meter langen Hunte-Altarm mit Verbindung zur Hunte. Im Zuge der Revitalisierung ist beabsichtigt, zusätzlich zur vorhandenen Drainflut in den Altarm eine neue, direkte Verbindung des Bachs mit der Hunte zu schaffen.
„Unser Ziel ist unter anderem die Ansiedlung von Fischen, die zum Laichen vom Brack- oder Salzwasser in die Flüsse ziehen, wie Neunaugen oder Wandersalmoniden“, erklärte Vorstandsmitglied Siegfried Meentzen. Von der Revitalisierung „werden mehrere wassergebundene Arten profitieren können, sowohl Fische als auch Insekten wie Libellen“, ergänzte Stiftungsgeschäftsführer Karsten Behr. Durch den direkten Anschluss an die Hunte werde ein ganzer Fließgewässerkomplex ökologisch aufgewertet. Auch Vögel und Niederwild würden hier einen Platz finden. Das Projekt wird vom Fischereibiologen Dr. Jens Salva betreut.
Was die Ausführung angeht, würden die Baggerarbeiten an ein Unternehmen vergeben, sagte Reineke. Mitglieder des Vereins würden danach die Uferstreifen mit Pflöcken und Matten befestigen und zum Beispiel die Kiesbänke einbringen.
Neben der Bingo-Umweltstiftung sind an der Finanzierung des 47 800-Euro-Projektes der Landkreis Oldenburg mit 8000 Euro, die Naturschutzstiftung Landkreis Oldenburg mit 2500 Euro, die Ferdinand-Quirll-Stiftung mit 500 Euro sowie der Fischereiverein mit einem Bar-Eigenanteil von 2000 Euro beteiligt. Darüber hinaus will der Verein als unbare Eigenleistung etwa 400 ehrenamtliche Arbeitsstunden einbringen.
