Cloppenburg - Die Vogelgrippe hat im Winter 2008/2009 den Landkreis in Atem gehalten. Statistisch kommt es nach Aussage von Landrat Hans Eveslage (CDU) alle fünf Jahre zu einem Seuchenfall. Die Notwendigkeit, ein Tierseuchenbekämpfungszentrum im Kreis Cloppenburg zu errichten, haben am Dienstagabend in der Kreistagssitzung denn auch alle Politiker gesehen. „In Falle einer Tierseuche kommt es darauf an, ganz nah am Geschehen zu sein und konsequent handeln zu können“, hatte Eveslage vor der Sitzung gesagt. Dass die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen der Vorlage trotzdem nicht zustimmen wollte, begründet Josef Dobelmann mit dem Hinweis, die Agrar-Wirtschaft müsse sich an einem solchen Zentrum beteiligen.
Mit 15,3 Millionen Nutztieren in rund 5100 Tierhaltungsbetrieben ist der Landkreis einer der viehdichtesten in Niedersachsen. Die Tierzahlen sind in den vergangenen zehn Jahren um 27 Prozent gestiegen – damit gestiegen ist auch das Risiko von hochansteckenden Tierseuchen wie der Schweinepest, der Geflügelpest oder der Maul- und Klauenseuche. Die Bekämpfung von Tierseuchen ist Aufgabe des Landkreises.
Ein von allen Bundesländern vorgehaltenes Mobiles Bekämpfungszentrum (MBZ) in Barme/Verden soll im Falle einer Seuche in der Münsterlandhalle und auf dem Marktplatz errichtet werden. Allerdings sei das MBZ nur einmal abrufbar und erst nach fünf bis zehn Tagen einsetzbar. Aus diesen Grund hat sich der Kreis dazu entschieden, für rund 650 000 Euro selbst ein Zentrum zu bauen.
Die Koordination im Fall einer Seuche wird weiter aus dem Krisenzentrum im Kreishaus laufen. Aus dem Seuchenbekämpfungszentrum, das ab 2013 auf dem Gelände der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Cloppenburg entsteht, wird das operative Geschäft organisiert. Hier wartet das Personal auf den Einsatz, Schutzkleidung und tierärztliches Material werden dort gelagert, Proben und Informationen aus den Tierhaltungsbetrieben entgegengenommen. Derzeit sei der Landkreis auf den Ausbruch mehrerer Maul- und Klauenseuchen nicht vorbereitet, erläuterte Leitender Veterinärdirektor Dr. Karl-Wilhelm Paschertz.
Dabei ist die Bedrohung präsent: So könne die afrikanische Schweinepest in der Ukraine oder die Maul- und Klauenseuche in der Türkei jederzeit auch im Kreis ausbrechen, so Eveslage.
Positiv hob SPD-Fraktionschef Hans Meyer hervor, dass die Räume von anderen Organisationen genutzt werden können, wenn sie nicht für den Seuchenfall benötigt werden.
