Nordenham - In gewerblich-technischen Berufen steigt der Bedarf an Fachkräften. Gleichzeitig sinkt aber aus demografischen Gründen die Zahl der Schulabgänger. Dieser Konflikt macht den Betrieben in der Region zunehmend zu schaffen. Um Arbeitgebern aus dieser Branche den Nachwuchs zu sichern, richtet die Jade-Bay außerschulische Lernorte ein, an denen junge Menschen für Technik und Naturwissenschaften begeistert werden sollen. Nach Wilhelmshaven und Varel ist jetzt eine dritte Niederlassung in Nordenham vorgesehen.
Wenn alles nach Plan läuft, nimmt der neue Lernort zum 1. Januar 2013 den Betrieb in den Räumen der Berufsschule an der Pestalozzistraße auf.
Die Verwaltung des Landkreises Wesermarsch, der in dieser Angelegenheit als Schulträger gefragt ist, hat bereits seine Zustimmung für das Projekt signalisiert. Die Entscheidung trifft letztlich der Kreistagsausschuss für Schulen, Kultur und Sport. Das Gremium befasst sich am Dienstag, 12. September, mit dem Vorhaben. Die Sitzung beginnt um 16.30 Uhr im Kreishaus in Brake.
Die Jade-Bay GmbH arbeitet bei dem Projekt mit dem in Wilhelmshaven ansässigen Verein Lernort Technik und Natur zusammen. Als Kooperationspartner übernimmt der Verein die Aufgabe, die Einrichtungen mit Leben zu füllen. Seit März 2000 haben in Wilhelmshaven fast 50 000 Kinder die Lernortangebote genutzt. Zum 1. August dieses Jahres ist eine erste Außenstelle in Varel gegründet worden.
Im Nordenhamer Berufsschulgebäude sollen für den Lernort Technik und Natur zwei Unterrichtsräume sowie ein Pausen- und Gruppenraum, kostenlos bereitgestellt werden. Zielgruppe sind Mädchen und Jungen der Klassen 1 bis 11.
Es sind sowohl eintägige Praxisprojekte als auch Veranstaltungen und Kurse vorgesehen, die über mehrere Tage laufen. Schwerpunktthemen sollen die Bereiche Offshore-Windkraft, Küstenschutz und Schifffahrt sein.
In den ersten Jahren kommen auf den Landkreis keine Ausgaben zu. Aber ab 2015 rechnet die zuständige Fachdienstleierin Astrid Bäkermann mit Kosten, deren Höhe sich noch nicht abschätzen lässt. Daher schlägt sie vor, im zweiten Halbjahr 2013 das Thema erneut zu erörtern und dann auch die finanziellen Rahmenbedingungen abzustecken.
