Berlin/Oldenburg - Der bundesweite Stromanbieter Flexstrom ist zahlungsunfähig. Das Unternehmen mit mehr als 500 000 Kunden meldete am Freitag Insolvenz an. Wer eine Vorauszahlung an Flexstrom geleistet hat, muss damit rechnen, sein Geld nicht zurückzubekommen. Es fließt aber weiterhin Strom aus der Steckdose, wie Flexstrom mit Sitz in Berlin mitteilte. Im Nordwesten hatte Flexstrom nach Angaben eines EWE-Sprechers rund 5600 Kunden.
Als Gründe für die Insolvenz nannte Flexstrom eine schlechte Zahlungsmoral vieler Kunden als Folge kritischer Medienberichterstattung sowie „Oligopolstrukturen“ auf Seiten der Stromlieferanten. Kunden seien mit rund 100 Millionen Euro bei Flexstrom und den Tochtergesellschaften Optimalgrün und Löwenzahn Energie im Rückstand. Auch diese beiden Töchter stellten Insolvenzantrag. Das Geschäft der Gastochter Flexgas werde hingegen von einem Investor weitergeführt.
Flexstrom gab an, eine „fehlerhafte und schädigende Berichterstattung“ einzelner Medien habe dazu geführt, dass nur noch ein Teil der Kunden seine Rechnungen pünktlich bezahle. Das Unternehmen könne diese Rückstände nicht mehr selbst schultern. In dem Berichten war es unter anderem um angebliche Kritik von Geschäftspartnern an dem Unternehmen gegangen. Flexstrom hatte dies zurückgewiesen.
In einem Insolvenzfall übernehme der örtliche Grundversorger die Kundenbelieferung mit Strom, erläuterte Rainer Wiek vom Energie-Informationsdienst (EID). Dieser müsse natürlich unabhängig von der vorherigen Geschäftsbeziehung mit Flexstrom bezahlt werden. Abschlags- und Vorauszahlungen an Flexstrom gehen in die Insolvenzmasse. Im Insolvenzverfahren müssen die Kunden dann ihre Forderungen geltend machen.
„Kein Kunde muss Angst haben, dass er im Dunkeln oder im Kalten sitzt“, betonte auf ein EWE-Sprecher. Die Ersatzbelieferung durch den Grundversorger, im Nordwesten ist dies fast überall die EWE, erfolge in einem Insolvenzfall automatisch.
Flexstrom ist kein Einzelfall: Im Sommer 2011 hatte die Teldafax Holding Zahlungsunfähigkeit angemeldet. Gegen drei frühere Top-Manager erhob die Staatsanwaltschaft Bonn Mitte Februar Anklage wegen Insolvenzverschleppung und gewerbsmäßigen Betruges. Mit 700 000 Gläubigern ist die Teldafax-Pleite der Firmenzusammenbruch in Deutschland mit den bisher meisten Betroffenen.
Berlin/Oldenburg - Der bundesweite Stromanbieter Flexstrom ist zahlungsunfähig. Das Unternehmen mit mehr als 500 000 Kunden meldete am Freitag Insolvenz an. Wer eine Vorauszahlung an Flexstrom geleistet hat, muss damit rechnen, sein Geld nicht zurückzubekommen. Es fließt aber weiterhin Strom aus der Steckdose, wie Flexstrom mit Sitz in Berlin mitteilte. Im Nordwesten hatte Flexstrom nach Angaben eines EWE-Sprechers rund 5600 Kunden.
Als Gründe für die Insolvenz nannte Flexstrom eine schlechte Zahlungsmoral vieler Kunden als Folge kritischer Medienberichterstattung sowie „Oligopolstrukturen“ auf Seiten der Stromlieferanten. Kunden seien mit rund 100 Millionen Euro bei Flexstrom und den Tochtergesellschaften Optimalgrün und Löwenzahn Energie im Rückstand. Auch diese beiden Töchter stellten Insolvenzantrag. Das Geschäft der Gastochter Flexgas werde hingegen von einem Investor weitergeführt.
Flexstrom gab an, eine „fehlerhafte und schädigende Berichterstattung“ einzelner Medien habe dazu geführt, dass nur noch ein Teil der Kunden seine Rechnungen pünktlich bezahle. Das Unternehmen könne diese Rückstände nicht mehr selbst schultern. In dem Berichten war es unter anderem um angebliche Kritik von Geschäftspartnern an dem Unternehmen gegangen. Flexstrom hatte dies zurückgewiesen.
In einem Insolvenzfall übernehme der örtliche Grundversorger die Kundenbelieferung mit Strom, erläuterte Rainer Wiek vom Energie-Informationsdienst (EID). Dieser müsse natürlich unabhängig von der vorherigen Geschäftsbeziehung mit Flexstrom bezahlt werden. Abschlags- und Vorauszahlungen an Flexstrom gehen in die Insolvenzmasse. Im Insolvenzverfahren müssen die Kunden dann ihre Forderungen geltend machen.
„Kein Kunde muss Angst haben, dass er im Dunkeln oder im Kalten sitzt“, betonte auf ein EWE-Sprecher. Die Ersatzbelieferung durch den Grundversorger, im Nordwesten ist dies fast überall die EWE, erfolge in einem Insolvenzfall automatisch.
Flexstrom ist kein Einzelfall: Im Sommer 2011 hatte die Teldafax Holding Zahlungsunfähigkeit angemeldet. Gegen drei frühere Top-Manager erhob die Staatsanwaltschaft Bonn Mitte Februar Anklage wegen Insolvenzverschleppung und gewerbsmäßigen Betruges. Mit 700 000 Gläubigern ist die Teldafax-Pleite der Firmenzusammenbruch in Deutschland mit den bisher meisten Betroffenen.
