Neerstedt - Die Aufbruchstimmung, etwas für den Umweltschutz zu tun, war am Montagabend im Rathaus in Neerstedt spürbar. Dort hatten sich die Mitglieder der Arbeitsgruppen im Projekt „Energieeffizientes Dötlingen“ zur zweiten Hauptsitzung in diesem Jahr und zum Abschluss 2012 versammelt.

Die Tagesordnung war umfangreich. Es gab viele ehrenamtliche Tätigkeiten, wie die Berichte zeigten. „Außerdem ist das Thema Chefsache“, sagte Dötlingens Bürgermeister Heino Pauka.

Der Klimaschutzbeauftragte Lars Gremlowski stellte sich eingangs der Sitzung vor. Ein Viertel seiner Tätigkeit wird er für die Gemeinde Dötlingen ableisten, den Hauptanteil allerdings in Ganderkesee. Wann er als Ansprechpartner in Dötlingen zu festen Zeiten vor Ort berät, wird in den nächsten Tagen geklärt.

Einen großen Teil der Sitzung nahm die Vorstellung des Gutachtens „Energie- und CO2-Bilanz und Potenzialanalyse für Dötlingen“ ein. Bernd Langer von der BEKS Energie-Effizienz GmbH zeigte auf, wo Dötlingen steht und wie der Weg zur Umsetzung der Forderungen aus der so genannten „Energiewende“ bis 2020 aussehen könnte.

Wie sich zeigte, liegt die Erzeugung des Stroms im Gemeindegebiet durch alternative Energieformen wie Wind, Biogas und Photovoltaik (PV) schon jetzt bei einem Versorgungsgrad von 260 Prozent. Langer führte aus, dass bis zum Jahr 2020 eine theoretische Steigerung auf 500 Prozent möglich sei. Durchschnittlich erzeuge ein Dötlinger Einwohner 8,6 Tonnen Kohlenstoffdioxid im Jahr. Im Bundesdurchschnitt sind es zehn Tonnen CO 2 jährlich.


Die Potenzialanalyse zeigt für die Wohngebäudestrukturen ab Baujahr 1990 ein hohes Energieeinsparpotenzial. Darum wird die Gemeinde im neuen Jahr Eigentümer dieser Gebäude anschreiben und Beratungen anbieten. Auf die Gemeinde betrachtet, lässt sich die Heizenergie mit 23 Prozent in der Bilanz in 2010 auf 18 Prozent bis 2020 herunterfahren. Dazu müssten jährlich zwei Prozent der Althäuser auf Neubaustandard gebracht werden. Ein Wert, den Pauka aber so nicht für realisierbar hielt.

Beim Biogas sah Langer kein Potenzial, allerdings bei der Wärmenutzung aus solchen Anlagen. PV-Anlagen könnten von 11 000 kW noch um 4000 kW wachsen. Möglich wäre ein Windanlagen-Ausbau um 17 Anlagen als theoretischer Wert.

Im Anschluss berichteten die Arbeitsgruppen. Zum Thema Öffentlichkeitsarbeit sei eine „PR-Offensive“ angedacht. Gerd Bolling wies auf die Einrichtung eines Energiezentrums in seinem Betrieb hin. Die Straßenbeleuchtung solle überprüft, Hohlraum-Wärmedämmung weiter vorgestellt werden. Der Arbeitskreis Verkehr berichtete über einen Bürgerbus, vor allem auf einer lohnenden Ost-West-Achse.