Konzentrierte Ruhe herrscht im Leitstand der Vareler Kläranlage mit den Kontroll-Monitoren, und man hat den Eindruck, von hier aus in aller Gelassenheit sozusagen alles im Griff zu haben. Die Autonomie dieser Tätigkeit ist denn auch ein Aspekt, den der Leiter, Diplom-Ingenieur Hartmut Walther-Steuer, besonders reizvoll findet. Doch Autonomie bedeutet nicht etwa, dass er und seine Mitarbeiter – zwei Fahrer eingeschlossen, hat das Klärwerk sechs – auch besonders frei wären in ihrer Zeitdisposition. Die Überwachung der für 56 000 Einwohner-Gleichwerte ausgelegten vollautomatischen Anlage mit biologischen und chemischen Reinigungsstufen – „wir sind auf dem Stand der Technik“ – erfordert allerdings kurze Wochenend- und Feiertagsschichten, und eine ständige Rufbereitschaft. „Die Anrufe laufen bei mir zu Haus auf; die Verbindung ist durchgeschaltet“, so Walther-Steuer. Das bedeutet Ortsgebundenheit, und es geht auch nur, „weil die Familie mithilft“. Doch das alles

mindert nicht die Freude an der auch technisch reizvollen Aufgabe, zumal „die sehr guten Mitarbeiter“ da wirkungsvolle Unterstützung leisten. Allerdings hat Hartmut Walther-Steuer, seit 1991 Leiter der Kläranlage, auch noch einiges andere zu tun, er ist zusätzlich Sachbearbeiter Abwasser im städtischen Bauamt, hat unter anderem Kanalbauprojekte vorzubereiten und mit zu dirigieren.

„Das ist aber gut machbar“, sagt er mit dieser besonderen, stress-resistenten Vareler Gelassenheit. Vareler? Eigentlich sei er Büppeler, von dort stamme er, darauf lege er Wert. Man nähme es sehr ernst, wäre da nicht dieses angedeutete Lächeln. Und weil Büppeler schon immer etwas rascher waren, ist er auch der erste Vareler, der bei der Heirat den Doppelnamen wählte. Vielleicht nicht nur deswegen. Aber das ginge allein Frau Monika Walther-Steuer etwas an. ps

H. Walther-Steuer

Klärwerk-Leiter