Als der wohlverdiente Ruhestand endlich da war, hätte Wilhelm Götze doch gerne noch weitergearbeitet: „Nur rumzusitzen, hatte ich keine Lust“, erinnert sich der 78-Jährige an 1991 zurück. 25 Jahre lang war der Bauingeneieur zuvor beim Staatshochbauamt in Oldenburg beschäftigt – mit viel Spaß an seiner Arbeit, wie er sagt.

Um sich ein wenig abzulenken, schloss sich Götze der Kegelgruppe „Ünner Uos“ an und traf dort den damaligen Vorsitzenden des VdK-Ortsverbandes Ganderkesee, der plante, sein Amt abzugeben. VdK-Mitglied war Götze bereits und 1993 übernahm er schließlich den Vorsitz des Ortsverbandes.

Organisatorische Aufgaben, etwa die Planung von Fahrten und Feierlichkeiten sowie die Koordination der Betreuer, übernahm der Ganderkeseer sofort – eine beratende Funktion kam vier Jahre später hinzu. „Ich habe mich nach und nach in die Materie eingearbeitet“, erzählt Götze. Seither unterstützt er Hilfesuchende in allen sozialrechtlichen Fragen „vom Rentenantrag bis hin zu Versicherungsdingen“.

Dabei ist Götze, der inzwischen auch den VdK-Kreisverband Delmenhorst leitet, immer auf dem neuesten Stand: Halbjährlich erhält er per Post Aktualisierungen aller Sozialgesetze auf CD-ROM. Und auch im Internet informiert er sich regelmäßig über Neuerungen, die er zudem in einer halbjährlich erscheinenden Broschüre den VdK-Mitgliedern zugänglich macht.

Götzes Engagement für seine Klienten hat sich herumgesprochen. Die Nachfrage nach seiner Beratung ist groß – abgewiesen werde dennoch niemand, so der 78-Jährige. „Ich muss höchstens mal einen späteren Termin vergeben.“ Die Mitgliederzahl des VdK-Ortsverbandes ist unter Götzes Leitung übrigens von 256 auf 472 angestiegen.


Sein Ehrenamt macht Wilhelm Götze viel Spaß. Dennoch sucht er seit zwei Jahren nach einem Nachfolger – bislang vergeblich. „Dabei bräuchte derjenige ja nur die Vorstandsarbeit zu übernehmen, nicht die Beratung.“ Besonders froh über einen neuen Vorsitzenden wäre Götzes Ehefrau. kas

Wilhelm Götze

Bauingenieur