Cleverns - Als Strukturelement der ursprünglich freien Landschaft werden die Wallhecken seit vielen Jahrzehnten gepflegt. Alle zwei bis vier schneiden deshalb die Mitglieder des Realverbands Cleverns, Nachfolger der Wegegenossenschaft, Hecken und Wegbegrünungen im Bereich Schenum zurück. Das regel-mäßige Schneiden ist wichtig, weil sonst das Gehölz von innen abstirbt. Vielfach wurde dazu ein Schlegelhäcksler eingesetzt, doch hier gab es viel Kritik, weil diese Art der Pflege einen schlechten optischen Eindruck hinterlässt.
Die Arbeit von Hand mit Motorsäge und Astkneifer ist zwar sehr aufwendig, sagt Helmut Jürgens, Vorsitzender des Realverbands Steensweg, der für die Pflege und Unterhaltung dieses Weges mit den Nebenanlagen zuständig ist. Doch der Einsatz schont die Verbandskasse. Die Infoveranstaltung des Landvolkvereins Cleverns-Sandel-Möns war Ideengeber dafür, den Wallhecken- und Strauchschnitt „kostenneutral“ von einem Privatunternehmer zu Hackschnitzel verarbeiten zu lassen. So können die Realverbandsmitglieder dazu beitragen, die Zahl der Osterfeuer zu reduzieren.
Die vielen Niederschläge der vergangenen Wochen verhinderten bislang den Rück- schnitt. Die Zeit eilte, denn die Saison für den Rückschnitt von Bäumen und Sträuchern endet, um Brutvögel zu schützen. Zurzeit befinden sich Sträucher und Bäume noch in der Ruhephase, die Vögel suchen noch keine Nistgelegenheiten, und bis zum Wachstum und damit der Wundheilung dauert es nicht mehr lange. „Es gilt das Motto ,unten dicht, oben licht‘“, sagt Helmut Jürgens.
Wallhecken sind ein wichtiger Lebensraum für Vögel und Kleintiere wie Igel, Feldhasen und Erdkröten. Hecken mit Blüten, Beeren und Insekten bieten ein reiches Nahrungsangebot für viele Tiere. „Und das wollen wir erhalten“, sind sich die „Landschaftspfleger“ einig. Die über 100 Kubikmeter Strauchwerk, die am Schenumer Weg lagern, werden geschreddert und verheizt.
