Bockhorn - Ingo Logemann und seine Kranenkamper Mühle: Der Bericht darüber in der NWZ vom 22. September hat viel Aufmerksamkeit gefunden. So meldete sich Margrit Hayen, die Vorsitzende des Vereins für Heimatgeschichte der Gemeinde Bockhorn, mit weiteren Informationen. Sie selbst hat sogar eigene Erinnerungen: „Mein Vater hat in der Kranenkamper Mühle Futtergetreide schroten lassen. Ich durfte häufig mit dabei sein.“
Verpachtet an Müller
Margrit Hayen hat Akten aus dem Staatsarchiv Oldenburg und Unterlagen der Familie Hahnenkamp zur Hand. Sie berichtet: „Die erste Bockwindmühle war eine herrschaftliche Bann-Mühle, die an Müller meistbietend verpachtet wurde. Die Familie Müller aus Kranenkamp war früher Pächter. Bis zur Gewerbefreiheit Mitte des 19. Jahrhunderts durfte der Roggen nur in den sogenannten Bann-Mühlen gemahlen werden. Jede hatte ein bestimmtes Einzugsgebiet. Die nächsten Bann-Mühlen neben der Kranenkamper waren die Almsee-Mühle und die Neuenburger Wassermühle.“
Die Kranenkamper Mühle sei bereits im 18. Jahrhundert an Johann Hanneken in Steinhausen verkauft worden, der aber ebenfalls die Auflagen des Bannes erfüllen musste. 1892 wurde die alte Bockwindmühle, die näher am Loogenweg stand, abgerissen. Margrit Hayen: „Der Mühlenbauer Dietrich Hahnenkamp aus Kranenkamp bekam den Auftrag, die auf den späteren Fotografien abgebildete Mühle zu errichten.“
In dem Schuppen davor war Margrit Hayen zufolge um 1900 zusätzlich eine Dampfmühle eingebaut worden. Ende der 30er Jahre wurde dort eine Bäckerei und eine Wohnung eingerichtet.
Mühle verkauft
Die Baracken daneben, in denen drei Familien wohnten, sind nicht abgebrochen, sondern zu einem Privathaus umgebaut worden. Der Müller Adolf Carstens verkaufte um 1959 die Kranenkamper Mühle nach Meppen (die NWZ berichtete). Margrit Hayen: „Die Windmühlen konnten nicht mehr mit den subventionierten Industriemühlen mithalten.“
Auch Helga Wegener aus Bockhorn hat noch sehr gute Kindheitserinnerungen aus den 50er Jahren an die Kranenkamper Mühle und an Adolf und Lene Carstens, der Schwester ihrer Großmutter. Die Eheleute führten in dem reetgedeckten Haus vor der Kranenkamper Mühle einen Laden: „Mein Vater Hermann Lammers, Landwirt, hat sein Getreide zur Mühle gebracht. Wir Kinder mussten dann die Brote aus dem Laden abholen.“
Noch heute hat Helga Wegener nach eigenen Angaben das Läuten der Türglocke im Ohr: „Es war für uns Kinder immer ein Erlebnis gewesen, zu Fuß nach Kranenkamp zu gehen. Die Brauerei Sagebräu, der Park – das war schon toll.“
