Jever - Bereits im April soll ein neunköpfiger Fremdenverkehrsbeirat für zwei Jahre gewählt werden, der im Namen der jeverschen Betriebe bei der Verwendung der Mittel aus dem Fremdenverkehrsbeitrag mitbestimmt. Das ist das Ergebnis der zweiten Bürgermeister-Gesprächsrunde zum Thema Fremdenverkehrsbeitrag, zu der Jan Edo Albers am Mittwochabend Jevers Geschäftsleute und Interessierte eingeladen hatte.
581 jeversche Betriebe müssen insgesamt 150 000 Euro Fremdenverkehrsbeitrag zahlen. Albers schlägt eine paritätische Besetzung des neuen Beirats nach Geschäftsfeld, Beitragsvolumen und Anzahl der Betriebe vor. Danach sollen die 96 Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe, die 49,33 Prozent des Fremdenverkehrsbeitrags leisten, drei Sitze erhalten.
Politik entscheidet
Auch die 286 Unternehmen, die laut Beitragssatzung nur mittelbar vom Tourismus in Jever profitieren – es handelt sich um Betriebe der Bauwirtschaft und des Handwerks sowie Dienstleister vom Gärtner bis zum Steuerberater – sollen drei Sitze erhalten. Sie tragen 18,17 Prozent des Fremdenverkehrsbeitrags.
Zwei Sitze erhalten die 126 Einzelhandelsgeschäfte (14,74 Prozent) und einen Sitz teilen sich die neun Betriebe aus der Freizeit- und Unterhaltungsbranche sowie die 64 Dienstleistungsbetriebe aus dem Bereich Körperpflege/Gesundheit, Kunst und Taxiunternehmen (17,75 Prozent).
Laut Albers soll nun die Politik über Einrichtung und Besetzung des Beirats beschließen, danach sollten Jevers Geschäftsleute innerhalb der Beitragsgruppen Vertreter benennen und wählen.
Bei den Unternehmern, die an der Gesprächsrunde teilnahmen, stieß Albers’ Vorschlag auf Zustimmung. Skeptisch äußerten sich mehrere Unternehmer allerdings darüber, dass der Beirat nur ein Vorschlagsrecht zur Verwendung der 50 000 Euro, die aus dem Fremdenverkehrsbeitrag an die Jever Marketing und Tourismus GmbH fließen, haben soll. Das bedeute, dass die Gesellschafterversammlung des Stadtmarketings aus Stadtrat und „Jever Aktiv“ die Vorschläge und Wünsche des Beirats nicht berücksichtigen brauche, kritisierte Theo Wagner. Er wie auch andere Unternehmer wünschten sich ein unmittelbares Entscheidungsrecht.
Reines Mitspracherecht
Albers zufolge ist das allerdings nicht möglich: Entscheidungsgremium ist allein die Gesellschafterversammlung, allerdings habe der Rat beschlossen, den jeverschen Betrieben ein Mitspracherecht einzuräumen. „Der Rat hat ein großes Interesse daran, Erfahrungen und Wissen der Geschäftsleute abzurufen. Denn nur, wenn alle an einem Strang ziehen, können wir etwas verbessern“, betonte der Bürgermeister.
Schützenhof-Wirt Stephan Eden rief dazu auf, es auf den Versuch ankommen zu lassen: „Zum ersten Mal seit Jahren wird uns aus dem Rathaus die Hand entgegengestreckt – vielleicht sollten wir jetzt nicht gleich den ganzen Arm herausreißen“, meinte er.
